Cote d'Ivoire bestreitet Menschenrechtsverletzungen

27. Februar 2003, 00:01
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Vorwürfe sollen vor Internationalem Strafgerichtshof geklärt werden

Paris - Die Regierung der westafrikanischen Republik Cote d'Ivoire will Vorwürfe der UNO über regierungsnahe Todesschwadronen vor dem Internationalen Strafgerichtshof klären lassen. Präsident Laurent Gbagbo habe Anwälte damit beauftragt, damit die in einem UNO-Bericht erhobenen Vorwürfe nicht weiter für politische Zwecke ausgeschlachtet werden könnten, teilte die ivorische Regierung am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Paris mit. Es müsse eine "unparteiische und umfassende Untersuchung geben". Alle Urheber von Menschenrechtsverletzungen in Cote d'Ivoire sollten verfolgt werden.

Klima des Terrors

Der vor einem Monat veröffentlichte UNO-Bericht beschuldigt Abidjan, Todesschwadronen in dem seit Mitte September schwelenden Machtkampf mit mehreren Rebellengruppen einzusetzen. Demnach werden die mordenden und brandschatzenden Einheiten aus dem Umfeld von Gbagbos Regierung, seiner Präsidentengarde und seiner Volksgruppe der Bete rekrutiert. Die Todesschwadronen verbreiteten in der Wirtschafts- und Verwaltungsmetropole Abidjan ein Klima des Terrors. Sie seien für willkürliche Erschießungen und für Entführungen missliebiger Bürger verantwortlich.

Untersuchungskommission für Cote d'Ivoire in Vorbereitung

Die ivorische Regierung hatte die Vorwürfe vehement bestritten. Frankreichs Präsident Jacques Chirac sagte dagegen zuletzt beim Pariser Afrika-Gipfel, die Todesschwadronen seien "eine Realität". Er warnte die afrikanischen Machthaber, die "Zeit der Straffreiheit" für Menschenrechtsverletzungen sei vorbei. Der Internationale Strafgerichtshof biete "seinen Schutz allen Bürgern auf der ganzen Welt". UNO-Generalsekretär Kofi Annan will nach Angaben des Pariser Elysee-Palastes ehestmöglich eine Menschenrechts-Kommission in das westafrikanische Land entsenden. (APA/AFP)

Auch amnesty international beschuldigt die Regierung in Cote d'Ivoire der Menschenrechts- verbrechen. Nachzulesen unter

amnesty

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    Laurent Gbagbo

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