Keine Entlastung am Arbeitsmarkt

26. Februar 2003, 15:03
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AMS: Für Jugendliche ist die momentane Lage besonders schwierig

Wien - Im Jänner 2003 waren in Österreich 47.107 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren ohne Job, das waren um 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. "Zu hoch", befindet das Arbeitsmarktservice (AMS). Arbeitssuchende junge Menschen werden es heuer weiterhin schwer haben. AMS-Vorstand Herbert Böhm erwartet 2003 keine besondere Entlastung für junge Jobsuchende, Frauen und ältere Arbeitslose.

Die Lage am Arbeitsmarkt sei für junge Leute momentan "nicht rosig". Das gelte auch für Jungakademiker, denen es dennoch "im Vergleich wesentlich besser" geht, wie AMS-Qualifikationsforscherin Maria Hofstätter am Mittwoch vor Journalisten ergänzte.

Trend zu "sehr hoher" Qualifikation

Der Trend gehe zu "sehr hoher" Qualifikation. Demnach gehe es Akademikern und Fachhochschulabsolventen momentan am besten. "Wenn man seine Chancen erhöhen will, ist es gut, möglichst viel Bildung anzusammeln", sagt Hofstätter. 50 Prozent des beruflichen Wissens veralteten heute in zwei bis drei Jahren. In hochspezialisierten Branchen wie der IT, sei dies bereits nach sechs Monaten der Fall. Der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit sei eine fundierte Ausbildung in Jobs mit Zukunft.

Für junge Leute, die schon wissen, wohin sie wollen, aber selber die Aussichten auf Jobs in einzelnen Branchen checken wollen, hat das AMS mit heutigem Tag auf seiner Internet-Ausbildungsplattform einen "Qualifikationsbarometer" eingerichtet. http://www.beruf4u.at gilt als "Früherkennungssystem", das nach Auswertung von Stelleninseraten und Firmenbefragungen besonders gefragte Qualifikationen, offene Stellen in allen Bundesländern sowie Bewertungen über erwartete Beschäftigungsentwicklungen abrufbar macht.

85 Prozent nur Pflichtschul- oder Lehrabschluss

Zudem ist in der AMS-Weiterbildungsdatenbank tagesaktuell das österreichweit verfügbare Bildungsangebot (zur Zeit 17.000 Schulungen in rund 1.200 Weiterbildungsinstituten) abrufbar. So etwa ist per Mausklick ersichtlich, dass es im Monat März nicht weniger als 1.049 EDV-Seminare buchbar sind. Böhm schwebt vor, dass sich Arbeitssuchende - "sollten wir die Chipkarte bekommen" - sich über Internet selber in vom AMS bezahlte Kurse einbuchen.

Laut AMS-Statistik haben 85 Prozent aller Arbeitslosen nur einen Pflichtschul- oder Lehrabschluss. Dass die neuen Web-Portale gerade an Jugendlichen, die bisher den Berufseinstieg nicht schafften, "vorbeigehen" könnten, befürchtet das AMS keineswegs: "Die Kids wissen heute damit umzugehen", sagt Böhm. Zudem würden die Jobsuchenden in den 56 Berufsinformationszentren am PC unterstützt.

(APA)

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    Vor allem junge Menschen haben es immer schwieriger eine geeignete Arbeitsstelle zu finden

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