Exportförderung mit Rekordergebnis

26. Februar 2003, 18:44
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Kontrollbank-Chef Rudolf Scholten sieht verbesserte Risikostreuung - Irak-Obligo derzeit nicht bedient

Wien - Das von der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) gemanagte Exportversicherungssystem der Republik Österreich erbrachte im vergangenen Jahr trotz der schwierigen Situation in der Versicherungsbranche neuerlich ein Rekordergebnis. Wie OeKB-Vorstandsdirektor Rudolf Scholten am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten mitteilte, konnten 53 Millionen Euro budgetwirksam auf ein Reservekonto überwiesen werden. Im Jahr davor seien es 40 Mio. Euro gewesen.

Das Exportgarantiesystem liefere nun schon seit 1998 Jahr für Jahr Überschüsse ab, sagte Scholten und wies darauf hin, dass es durchaus auch einmal ein Jahr mit einem Abgang geben könnte, der dann aus dem Budget abzudecken wäre. Aus diesem Grund sei auch schon die Ausgliederung dieses Systems in eine eigene Gesellschaft diskutiert worden, die die Überschüsse zur Reservenbildung verwenden könnte, um für etwaige Verluste gewappnet zu sein. Derzeit sei dieses Thema aber nicht aktuell.

Bessere Risikostreuung

Die Neuzusagen für Haftungen beliefen sich im Vorjahr auf 3,56 Mrd. Euro. Das gesamte Haftungsobligo lag bei 30 Mrd. Euro. Die Schadenszahlungen von netto 110 Mio. Euro verteilten sich erstmals je zur Hälfte auf wirtschaftliche und politische Haftungsfälle. Das Verfahren bewege sich zunehmend in privatwirtschaftlichen Gefilden, wodurch die Risikostreuung besser werde, sagte Scholten.

Das Umschuldungsobligo sei im Vorjahr von 7,6 auf 7,2 Mrd. Euro gesunken. Davon entfielen zwei Drittel auf Russland und Polen. Weitere größere Brocken (mit jeweils über 100 Mio. Euro) seien Indonesien, Ägypten, Algerien, Kamerun und der Irak. Das Irak-Obligo werde derzeit nicht bedient, bleibe aber ohne Korrektur in den Büchern. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 27.2.2003)

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    Der Vorstandsdirektor der Oekb, Rudolf Scholten

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