Was will Bush?

26. Februar 2003, 13:27
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US-Wissenschaftler kritisieren Auftrag zur weiteren Erforschung des Treibhauseffekts als zu unbestimmt

Washington - US-Wissenschaftler haben den Auftrag von US-Präsident George W. Bush, den so genannten Treibhauseffekt in weiteren zehn Jahren zu erforschen, als zu unbestimmt kritisiert. Ein Mitglied des von der Nationalen Akademie der Wissenschaften dafür gebildeten Ausschusses, der Klimaexperte Michael Prather, warf der Politik am Dienstag vor, keine harten Prioritäten gesetzt zu haben. "Wir haben ein Jahrzehnt globaler Forschung zum Klimawandel gehabt", sagte er. "Vom wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet haben wir eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was vor sich geht."

Verzögern ...

Prather sagte, Bushs Ziel, exakte Daten über die durch Verbrennung fossiler Stoffe verursachte Klimaerwärmung zu bekommen, sei zu begrüßen. Es könnte nur zu lange dauern, sie zu erhalten. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht seines Gremiums heißt es, die Erdoberfläche habe sich im 20. Jahrhundert um 0,6 Grad Celsius erwärmt. Das habe das Abschmelzen von Gletschern, einen Anstieg des Meeresspiegels, verlängerte Wachstumsphasen und Veränderungen in der geographischen Verteilung von Pflanzen- und Tierarten zur Folge gehabt.

Dem Forschungsansatz des Weißen Hauses fehlten "die meisten Elemente eines Strategieplans", hieß es in dem Bericht. "Zukünftige Wissenschaft muss sich mehr auf angewandte Forschung konzentrieren, die direkt das Treffen von Entscheidungen unterstützen kann", schrieb Thomas Graedel, ein Professor an der Yale-Universität. Der Leiter der Studie, Gregory Symmes, sagte, die Betonung einer Rolle bei der politischen Entscheidungsfindung sei wichtig, da sonst die Forschung "zur Wissenschaft um der Wissenschaft Willen wird, Wissen aber nicht in nützliche Formen transferiert".

... und verhindern

Die Regierung Bush hat die Unterzeichnung des Klimaprotokolls von Kyoto, das eine Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen wie Kohlendioxid vorsieht, abgelehnt, weil es zu hohe Kosten verursache. Deshalb müssten erst präzisere Forschungsdaten erstellt werden. (APA/AP)

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