Lipobay-Skandal kostet Bayer Millionen

26. Februar 2003, 16:18
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Pharmakonzern betont "verantwortungsvolles" Handeln im Zusammenhang mit dem Cholesterinsenker - Aktie setzt Talfahrt fort

Düsseldorf - Für außergerichtliche Einigungen im Zusammenhang mit dem Skandal um das cholesterinsenkende Mittel Lipobay/Baycol hat der Bayer-Konzern bisher rund 125 Millionen Dollar aufgewendet. Wie der Chemie- und Pharmakonzern am Mittwoch mitteilte, betrafen die Einigungen etwa 450 Fälle in den USA. Die Gesamtzahl der Klagen liege derzeit bei rund 7.800. In Deutschland werde derzeit eine Sammelklage gegen den Konzern vorbereitet, um die Rechte deutscher Geschädigter zu sichern, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Mittwoch. Bayer wies am Mittwoch auch Vorwürfe zurück, schon lange vor dem Rückruf des Cholesterinsenkers Lipobay von möglichen Gefahren im Zusammenhang mit dem Medikament gewusst zu haben. Die Bayer-Aktie setzte indes auch am Mittwoch ihre Talfahrt fort.

"Gut erforscht und umfassend getestetet"

Man sei weiterhin fest davon überzeugt, im Fall Lipobay/Baycol "verantwortungsvoll, unverzüglich und angemessen" gehandelt zu haben, hieß es in der Bayer-Erklärung. Bayer bestätigte darin nochmals, dass Baycol ein gut erforschtes und umfassend getestetes Arzneimittel war. Es wurde weltweit über sechs Millionen Patienten verschrieben, davon über 700.000 allein in den USA. Bei der überwältigenden Mehrheit der behandelten Patienten habe es sich als sicher und wirksam erwiesen, ohne dass es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen gekommen sei.

Todesfälle

Nachdem es vermehrt Berichte über mögliche Wechselwirkungen des Bayer-Präparats mit anderen Medikamenten gab, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben "angemessene Maßnahmen" eingeleitet. Mitte 2001 habe man schließlich das Präparat freiwillig vom Markt genommen, hieß es in der Firmenmitteilung. Das Medikament wird weltweit mit rund 100 Todesfällen in Zusammenhang gebracht.(APA/AP)

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