Iraker suchen Schutz bei Kurden

26. Februar 2003, 12:32
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Laut Medienberichten seien rund 50 arabische Großfamilien in nordirakischer Stadt Dohuk eingetroffen

Amman/Kairo - In der von den Kurden kontrollierten nordirakischen Stadt Dohuk sind in den vergangenen Tagen nach Medienberichten rund 50 arabische Großfamilien aus Bagdad und Basra eingetroffen, die ihre Häuser aus Angst vor dem Krieg verlassen haben. Die jordanische Regierung erklärte unterdessen, sie werde für den Kriegsfall zwei Flüchtlingslager nahe der irakischen Grenze einrichten, eines für Iraker und eines für aus dem Irak geflohene Ausländer.

Die arabische Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" berichtete am Mittwoch, das Rote Kreuz bereite sich im Nordirak bereits auf die Aufnahme einer großen Zahl von Vertriebenen vor. Kurdische Beobachter sagten der Zeitung, die irakischen Behörden hätten die Kontrollen im "Grenzgebiet" zwischen dem von Bagdad regierten Gebiet und der quasi-autonomen Kurden-Region seit Montag verschärft.

Vorbereitungen auf Flüchtlingswelle

Der jordanische Ministerpräsident Ali Abu Ragheb hatte am Dienstag in einem Gespräch mit den neuen arabischen TV-Nachrichtenkanal "Al- Arabiya" erklärt, die Vorbereitungen auf eine mögliche Flüchtlingswelle liefen im Königreich bereits auf Hochtouren. Vor und während des Golfkrieges von 1991 hatte Jordanien vorübergehend mehr als zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen.

Zur Präsenz von US-Soldaten in Jordanien sagte er, es handle sich lediglich um "einige hundert Soldaten", die nach Jordanien verlegt worden seien, um die vor drei Wochen an Amman gelieferten Patriot-Abwehrraketen zu bedienen. Beobachter in der Region hatten in den vergangenen Wochen von mehreren tausend US-Soldaten in Jordanien berichtet.(APA/dpa)

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