Deutsche Intellektuelle für Schröder

26. Februar 2003, 11:42
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Prominente Unterzeichner einer Resolution

Hamburg - In einer ungewöhnlichen Solidaritätsaktion haben prominente deutsche Intellektuelle und Künstler - von Günter Grass bis Martin Walser - Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Irak-Frage unterstützt. In ihrer Erklärung wird ein Krieg gegen den Irak abgelehnt. "Die Gründe, aus denen dieser Krieg geführt werden soll, sind uns nicht einsichtig", heißt es in dem am Mittwoch in Hamburg von dem Publizisten Manfred Bissinger als Mitunterzeichner veröffentlichten Text. Durch einen Krieg drohe "tausendfacher Tod von Unschuldigen" und "eine Radikalisierung der islamischen Welt".

Prominente Unterzeichner

Zu den 19 Unterzeichnern gehören neben dem Literaturnobelpreisträger Günter Grass der Schriftsteller und Friedenspreisträger Martin Walser sowie die Autoren-Kollegen Volker Braun, Peter Härtling und Ingo Schulze. Auch der Philosoph Peter Sloterdijk, PEN-Präsident Johano Strasser, der Vorsitzende des Deutschen Schriftstellerverbandes Fred Breinersdorfer, der Rockmusiker Marius Müller-Westernhagen, der Präsident des Deutschen Bühnenvereins Jürgen Flimm sowie der Theologe und Friedenspreisträger Friedrich Schorlemmer unterstützen die Bundesregierung.

Schröder habe es als erster europäischer Regierungschef auf sich genommen, vor einem Irak-Krieg zu warnen, was ihm zahlreiche Diffamierungen und den Vorwurf des Antiamerikanismus eingebracht habe. "Dieser Kritik möchten wir entgegentreten", schreiben die Unterzeichner. Der Vorwurf des Antiamerikanismus sei töricht, weil Kritik am politischen Verhalten eines Partners keine Verletzung der Beziehungen, sondern Voraussetzung für eine fundierte Freundschaft sei. "Zudem wissen wir uns als Deutsche in einer besonderen Verantwortung für den Bestand der Werte, die unsere demokratische Gesellschaften ausmachen", endet die Erklärung.

Idee beim Diner

Die Idee zu der Solidaritätsadresse entstand, wie Bissinger sagte, bei einem Treffen am 18. Februar im Kanzleramt. Schröder lade etwa zwei bis drei Mal im Jahr einen festen Kreis von Intellektuellen und Künstlern zu bestimmten Themen ein. Diesmal sei es um den Irak-Konflikt gegangen. Aus dem Kreis der Eingeladenen sei der Wunsch zur Unterstützung Schröders geäußert worden. Im Anschluss an das Treffen seien mehrere Entwürfe formuliert worden. Einige hätten kleinere Korrekturen gewünscht, "Widerstände gab es jedoch nicht", sagte Bissinger. (APA/dpa)

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