Reisebüros: Trotz Irak-Krise 2003 bis zu zehn Prozent Umsatzplus

26. Februar 2003, 09:57
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Österreichischer Reisebüroverband will Krisenmanagement einrichten - Mitgliederzahl soll gesteigert werden

Wien - Die österreichischen Reisebüros erwarten trotz der anhaltenden Konjunkturflaute und dem drohenden Irak-Krieg im laufenden Jahr eine Umsatzsteigerung. Der Österreichische Reisebüroverband (ÖRV) rechne 2003 mit einem Umsatzplus von "fünf bis zehn Prozent", allerdings nur dann, wenn der drohende Irak-Krieg nur kurz dauere und nicht große Tourismuszentren - etwa in der Türkei - beeinträchtige, meint die neue ÖRV-Präsidentin und Konsulentin der Linzer Raiffeisen Reisewelt, Annemarie Richard.

2002 sind die Umsätze der rund 2.000 konzessionierten österreichischen Reisebüros von 2,8 auf 3,1 Mrd. Euro gestiegen, berichtete Richard gestern, Dienstag, Nachmittag bei einem Pressegespräch. Der Incoming-Bereich legte dabei überdurchschnittlich zu, auch bei den Linienflügen wurden Zuwächse erzielt. Der Pauschalreisebereich ging hingegen um 7 bis 8 Prozent zurück. Ein Drittel der Reisebüroumsätze entfiel auf den Incoming-Bereich, die restlichen zwei Drittel auf die Touristik und den Flugbereich.

Pauschaltourismus hat sich "überdurchschnittlich gut" entwickelt

Im Jänner 2003 habe sich der Pauschaltourismus "überdurchschnittlich gut" entwickelt, im Februar seien die Buchungen aber - u.a. auf Grund des Auslaufens von Buchungsaktionen - eingebrochen, so Richard. Bei den Langstreckenflügen gebe es derzeit zwar einen Nachholbedarf, doch im Geschäftsreisesektor hätten vor allem internationale Konzerne den Sparstift kräftig angesetzt, betonte der neue ÖRV-Vizepräsident und Verkehrsbüro-Vorstand Norbert Draskovits. Die Verkaufserlöse der Reisebüros für Linienflüge stiegen im Jänner 2003 um 6,6 Prozent auf 76,4 Mio. Euro.

Krisenstab eingerichtet

Angesichts der von Konjunkturschwäche und Kriegsängsten geprägten Aussichten für 2003 hat die neue ÖRV-Präsidentin einen Krisenstab eingerichtet, der Krisenpläne in Abstimmung mit den Reiseveranstaltern und offiziellen Stellen im In- und Ausland ausarbeiten und für einheitliche Storno- und Umbuchungsbestimmungen bei den Reisebüros sorgen sollen. Sollte es für die Türkei im Zuge eines Irak-Kriegs zu einer Reisewarnung des Außenministeriums kommen, werde die Warnung voraussichtlich nur einen Teil der Türkei - und nicht die Tourismuszentren - betreffen, sagte Draskovits.

Ein weiterer Schwerpunkte des ÖRV sind Förderungen im Bereich Aus- und Weiterbildung: "Derzeit laufen Gespräche mit dem AMS", so Richard. Die neue ÖRV-Präsidentin will außerdem die Mitgliederzahl des ÖRV steigern: "Plus 10 Prozent bis Jahresende wären fein". Der ÖRV hat derzeit 500 Mitglieder, die 25 Prozent aller Reisebüros darstellen und 70 Prozent des Reisebüroumsatzes lukrieren.(APA)

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