Kurden wollen keine türkischen Truppen im Nordirak

26. Februar 2003, 06:42
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Gründung eines kurdischen Staates möglich - US-Sondergesandter bei irakischen Kurden

Salahuddin/Irak - Der US-Sondergesandte Zalmay Khalil ist am Dienstag in der autonomen kurdischen Zone im Norden Iraks eingetroffen und dort sofort mit den Problemen bei einem möglichen Irak-Krieg konfrontiert worden: Das in Arbil tagende kurdische Parlament forderte die USA einstimmig auf zu verhindern, das türkische Truppen im Kriegsfall in den Nordirak einrücken. Khalil wollte im Nordirak an einer Konferenz irakischer Oppositioneller verschiedener Bevölkerungsgruppen teilnehmen. Bei dem Treffen, das voraussichtlich am Mittwoch beginnt, soll die Zukunft des Iraks nach einem Sturz Saddam Hussein erörtert werden, wie örtliche Politiker mitteilten.

Der Besuch des US-Gesandten fällt in eine Zeit wachsender Spannungen in der Kurdenregion. Am Dienstag verurteilten zahlreiche Redner auf einer Sitzung des kurdischen Parlaments in Arbil die türkischen Pläne, im Fall eines Irak-Krieges Truppen in den Norden Iraks zu schicken. "Die Position, die die Türkei einnimmt, ist derzeit keine freundliche", sagte der Abgeordnete Emad Ahmad von der Patriotischen Union Kurdistans. "Wir vergessen nicht, dass Saddam Hussein unser Hauptfeind ist. Aber jedes Land, das sich genauso verhält, ist für uns genau dasselbe."

Die Führung in Ankara ist besorgt, dass die Kurden im Nachbarland versuchen könnten, einen eigenen Staat zu gründen, der dann auch eine Sogwirkung auf die Kurden in der Türkei ausüben könnte. Es wird erwartet, dass im Kriegsfall zehntausende türkische Soldaten im Nordirak einrücken. (APA/AP)

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    Das kurdische Parlament in Arbil im Nordirak

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