Exil-Iraker: Angriff macht Demokratisierung unmöglich

26. Februar 2003, 08:45
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"Patriotische Opposition" will Krieg verhindern und demokratische Regierung installieren

Wien - Ein Angriff der USA gegen den Irak würde die Schaffung einer Demokratie in dem Land verhindern und weiteres Leid für das irakische Volk bringen. Dies sagte Faiza Bajaji von der Irakischen Patriotischen Opposition am Dienstag in Wien. Das Ziel der in der Patriotischen Opposition aus verschiedenen politischen Parteien vereinigten Exil-Iraker ist es, "den Krieg zu verhindern und mit friedlichen Mitteln ein demokratisches Regime zu installieren", betonte Bajaji.

Demnach sollten zunächst mehrere Parteien gegründet werden, die ihre Meinung frei äußern könnten. Nach den danach abgehaltenen freien Wahlen könnte eine demokratische Regierung gebildet werden, erläuterte Bajaji. Sie knüpfe ihre optimistische Haltung auch daran, dass der irakische Präsident Saddam Hussein eine Verfassungsänderung versprochen und zu diesem Zweck ein eigenes Komitee gegründet habe. "Wir haben nur einfache Mittel, keine Armee. Mit der Kraft der Demokratie sind aber Veränderungen möglich", betonte Bajaji und fügte hinzu: "Wir kümmern uns nicht um das gegenwärtige Regime sondern um das irakische Volk."

Unter andrem würde die Irakische Patriotische Opposition versuchen, der Weltöffentlichkeit "die Lügen der Amerikaner und Briten aufzudecken". "Die ganze Welt versteht mittlerweile, warum sie einen Krieg beginnen wollen: Es geht ums Öl", betonte sie. Sollte es tatsächlich zum Krieg kommen, würde sich der Irak verteidigen. "Wir glauben an das irakische Volk, wenn es zu Straßenkämpfen kommt. Die Irakis in der ganzen Welt haben genug von den Amerikanern und dem, was sie ihnen angetan haben. Ja, wir glauben, sie werden kämpfen. Aber was wirklich passieren wird, das wissen wir nicht."

Ein Widerstand von innen gegen Saddam Hussein sei "derzeit nicht möglich". Nach den Kriegen und dem Embargo seien die Menschen "sehr müde". "Sie werden aber aufstehen, wenn es so weitergeht. Sie werden dem Regime nicht erlauben, so weiter zu machen", sagte Bajaji. (APA)

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