Bärengulasch in Laibacher Zoo

25. Februar 2003, 18:55
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Direktor soll Jäger Abschüsse im Gehege erlaubt haben - Tiere in Whiskykisten aus Kroatien eingeschmuggelt

Laibach - Schwere Vorwürfe erheben neun Bedienstete des Laibacher Tiergartens gegen dessen Direktor. Zahlreiche Tiere sollen auf quälende Weise mit Schusswaffen in den Gehegen erlegt worden sein, schreiben sie in einem Brief an die Laibacher Bürgermeisterin Danica Simsic. Im Herbst 1999 soll es einen jungen Bären getroffen haben. Zwei Tage später habe der Direktor bei einem Picknick im Zoo Bärengulasch serviert. Direktor Vojko Vesel wies gegenüber der slowenischen Nachrichtenagentur STA die Vorwürfe zurück, da sie "durch keine richtigen Beweise" belegt seien.

Protestbrief

Schon im Februar 2002 habe man einen Protestbrief an den Direktor gerichtet und auf die schlechte Behandlung der Tiere hingewiesen, schreiben die neun Angestellten. Daraufhin hätte sich die Situation weiter verschlechtert, da ein Freund des Direktors, ein Jäger, begonnen habe, Tiere im Zoo abzuschießen. Zunächst habe er mitten im Gehege eine Ziege erschossen, später einen Bison, ein Wildschwein sowie weitere. Wie die Briefschreiber ausführen, falle es ihnen ohnehin schwer, ein Vertrauensverhältnis zu den Tieren aufzubauen. Durch solche "Jagden" werde das Vertrauen immer wieder völlig zerstört.

Tier aus Kroatien

Außerdem werfen die Angestellten dem Direktor vor, im Sommer 1999 illegal Tiere aus Kroatien eingeführt zu haben, einige davon in Whisky-Kisten. Sie kritisieren auch, dass es viel zu wenige Bedienstete gebe, da ein Wärter für hundert Tiere zuständig sei. Es sei daher kein Wunder, dass die Zahl der Besucher im Zoo rückgängig sei.

Die Direktorin der slowenischen Veterinärverwaltung, Simona Salamon, betonte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender Radio Slovenija, dass es keinen Grund zur Besorgnis gebe. Im Tiergarten seien zwei Veterinäre beschäftigt, und man habe bei Kontrollen keinerlei Unregelmäßigkeiten entdeckt. Die Gehege und die Versorgung der Tiere seien "vorschriftskonform".

Ein Vertreter der Gemeinde Laibach teilte mit, dass man sich mit dem Brief der Angestellten auseinander setzen werde. Überdies habe man festgestellt, dass der rechtliche Status des Tiergartens unklar sei. Er müsse erst in einem Bescheid festgelegt werden. (APA/STA)

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