Als Frau verkleideter Räuber überfiel Bank in Oberösterreich

25. Februar 2003, 18:40
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Täter erbeutete rund 16.500 Euro - Fahndung läuft

Linz - Ein als Frau verkleideter Räuber hat Dienstagvormittag eine Filiale der Spardabank in Attnang-Puchheim (Bez. Vöcklabruck) in Oberösterreich überfallen. Nach ersten Informationen der Gendarmerie soll der Täter die Angestellten mit einer Bomben-Attrappe bedroht haben. Das Gerät war mit viel Fantasie hergestellt worden, Drähte, Batterien und blinkende Lichter sollten die "Gefährlichkeit" unterstreichen.

Der Überfall ereignete sich gegen 11.15 Uhr. Laut Auskunft der Gendarmerie soll der Bankräuber nicht maskiert gewesen sein. Dafür habe er sich aber als "Frau" ausgegeben. Denn seine Kleidung bestand unter anderem aus einem schwarz-grünen Kopftuch, einer schwarzen Jacke und einem schwarzen Damenrock. An den Beinen trug der Täter "blickdichte" Strumpfhosen - ebenfalls schwarz. Zudem hatte er eine dunkle Tasche mit, in der er die Beute abtransportierte.

Geflüchtet

Der Bankräuber war vermutlich mit einem dunklen Pkw geflüchtet. Eine Passantin hatte die "Frau" kurz vor dem Überfall aus einem solchen Auto steigen gesehen.

Nach der Tat dürfte sich der Räuber relativ rasch der Frauenkleider entledigt haben. Denn kurze Zeit später war einer weiteren Zeugin ein Mann aufgefallen, der mit einer schwarzen Umhängetasche in Attnang-Puchheim unterwegs war. Auf Grund der Beschreibung der Tasche dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Bankräuber gehandelt haben. "Er hielt die Tasche auch auffallend mit beiden Händen fest, was darauf schließen lässt, dass sich die Beute darin befand", so ein Ermittler.

Kaffeehaus geschlossen

Der Mann versuchte offenbar, besonders schlau zu sein: Er wollte vermutlich in einem Kaffeehaus in Attnang-Puchheim "untertauchen" und so der Fahndung entgehen. Sein Pech: Das Cafe hatte an diesem Tag geschlossen. Daraufhin ging der Verdächtige Richtung Bahnhof, möglicherweise ist er mit dem Zug aus Attnang-Puchheim weggefahren.

Die Fahndung blieb bis Dienstagnachmittag erfolglos. Auch die beim Überfall verwendeten Frauenkleider und das Fluchtfahrzeug konnten vorerst nicht gefunden werden.

Die Gendarmerie setzte bei der Fahndung am Dienstagnachmittag ihre Hoffnungen auf ein Foto aus der Überwachungskamera der überfallenen Bank. Da der Räuber keine Maske trug, war sein Gesicht mit einer auffallenden Hakennase relativ gut erkennbar. Der Mann soll etwa 45 Jahre alt und rund 1,80 Meter groß sein. (APA)

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