Kaiseradler angeschossen

26. Februar 2003, 10:14
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Der Jungvogel aus dem Nationalpark Neusiedlersee kam wohl aus der Slowakei angeflogen

Eisenstadt - Einen flugunfähigen Kaiseradler hat am Wochenende ein Vogelbeobachter im Naturschutzgebiet Lange Lacke im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel entdeckt. Das verletzte Tier wurde von den sofort verständigten Gebietsbetreuern des Nationalparks geborgen und zur Betreuung in die Greifvogelstation in Haringsee (Bezirk Gänserndorf) gebracht. Bei einer Röntgenuntersuchung wurden im Körper des Vogels drei Schrotkörner entdeckt, ein Flügel ist gebrochen.

Operation und Pflege

Das stark geschwächte Tier soll nun in Haringsee gepflegt und operiert werden. Ob der Kaiseradler wieder fliegen und freigelassen werden kann, ist derzeit noch ungewiss. Andreas Ranner von BirdLife Österreich zeigte sich entsetzt: "Der Kaiseradler ist der seltenste Brutvogel Österreichs mit nur einem Brutpaar, das sich 1999 wieder hier ansiedelte. 190 Jahre lang galt er überhaupt als ausgestorben."

Anzeige gegen Unbekannt

Ranner vermutet, dass der etwa eineinhalb Jahre alte Jungvogel aus der benachbarten Slowakei stammt. Dort gibt es noch zwei Brutpaare.

In Haringsee befinden sich derzeit auch zehn Seeadler und zwei Steinadler, die gesund gepflegt werden müssen. Die meisten Tiere haben Schussverletzungen.

Nationalparkdirektor Kurt Kirchberger hat wegen des Vorfalls Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Erst vor zwei Wochen war im Seewinkel ein vergifteter Seeadler entdeckt worden. (APA)

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