"Französisches Veto wäre unfreundlicher Akt"

25. Februar 2003, 16:11
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US-Botschafter in Paris droht: "Wir würden das nicht positiv aufnehmen"

Paris - Die USA würden ein französisches Veto gegen ihre UNO-Resolution zum Irak nach den Worten ihres Botschafters in Frankreich als unfreundlichen Akt betrachten. "Ich hoffe, es wird kein Veto geben, weil ein Veto sehr unfreundlich wäre und wir würden das nicht positiv aufnehmen", sagte US-Botschafter Howard Leach dem Fernsehsender LCI, der Leachs Worte in französischer Übersetzung verbreitete. "Präsident (George W.) Bush will keinen Krieg, aber er denkt, dass (der irakische Präsident) Saddam Hussein entwaffnet werden soll und dass ... die Vereinten Nationen das ernst nehmen müssen", sagte Leach. "Ich hoffe, Frankreich denkt dasselbe."

Die USA und Großbritannien haben am Montag den Entwurf für eine Resolution vorgelegt, die den Einsatz von Gewalt gegen den Irak rechtfertigen soll. Frankreich und Deutschland schlagen dagegen in einem Memorandum eine Verlängerung der Inspektionen um mindestens vier Monate vor.

Schwächung der UNO

Der Präsident der konservativen UMP-Fraktion in der französischen Nationalversammlung, Jacques Barrot, hat sich gegen den Einsatz eines Vetos ausgesprochen. "Seine Verwendung würde eine Schwächung der UNO zur Folge haben, einen Bruch der atlantischen Bindungen, der eine Rückkehr zum Frieden komplizierter gestalten würde." Die Forderung der Linksopposition, sich klar für ein Veto auszusprechen, bezeichnete der konservative Politiker als "unverantwortlich". Er fügte hinzu, dass man in der Frage "zum gegebenen Zeitpunkt" entscheiden müsse. Nun mit dem Vetorecht zu drohen, würde bedeuten, den irakischen Diktator "Saddam Hussein zu ermutigen, nicht zu kooperieren". (APA/Reuters)

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    Howard Leach würde ein Veto Frankreichs "nicht sehr positiv aufnehmen"

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