Die vier maßgeblichen Entdecker

25. Februar 2003, 14:30
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Hamburg - Vier Forscher haben maßgeblichen Anteil an einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Entdeckung des vergangenen Jahrhunderts. Ihre Erkenntnisse über die DNA-Struktur lieferte eine wesentliche Grundlage für die heutige Genforschung:

James Dewey Watson: Der am 6. April 1928 in Chicago geborene Biochemiker gilt als einer der Väter des Doppelhelix-Modells. 1951 kam er an die britische Cambridge Universität und traf auf Francis Crick. Gemeinsam mit seinem Kollegen beschrieb er 1953 in einem Artikel für das britische Fachblatt "Nature" den Aufbau des Erbmaterials DNA. "Ich wurde dafür ausgebildet, die DNA-Struktur zu finden", sagte er einmal mit Verweis darauf, dass er in seinem Studium auf Forscher verschiedener Fachrichtungen getroffen war. 1962 wurde Watson zusammen mit seinen Mitstreitern Francis Crick und Maurice Wilkins für ihre bahnbrechende Forschung auf Grundlage der Röntgenstrukturanalyse mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet.

Der erfolgreiche Buchautor und einflussreiche Wissenschafter ist heute Direktor des Cold Spring Habour Laboratory (US-Staat New York) und einer der renommiertesten Fürsprecher der Genforschung.

Francis Harry Compton Crick: Der Sohn eines britischen Schuhfabrikanten studierte in London Physik. Crick, am 8. Juni 1916 in Northampton (GB) geboren, befasste sich nach seinem Studium zunächst mit dem Verhalten von Wasser bei hohen Temperaturen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er wissenschaftlicher Zivilbeamter, zeichnete Waffen und machte bedeutender Entdeckungen auf dem Gebiet des Radars. Nach dem Krieg wechselte er zur Biologie über. Er promovierte erst 1954, ein Jahr nach der Entdeckung der Erbgutstruktur, über eine Methode zur Strukturanalyse von Eiweißen.

Seit 1977 befasst er sich am Salk Institute in den USA mit dem menschlichen Bewusstsein. Der begnadete Redner hüllt sich bevorzugt in italiensche Edelanzüge und pflegt gerne Konversation. "Besonders mit hübschen Frauen", wie Crick von sich selbst sagt.

Sir Maurice Hugh Frederick Wilkins: Der Biophysiker ist der Dritte im Bund der DNA-Entdecker und Nobelpreisträger. Wilkins wurde am 15. Dezember 1916 in Neuseeland geboren und arbeitete zunächst am so genannten "Manhattan-Projekt", dem US-Programm zum Bau der Atombombe. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war der Forscher außerordentlicher Professor für Physik an der schottischen St.-Andrews-Universität. Wilkins durchleuchtete die DNA mit Röntgenstrahlen, um auf Grund der Daten aus diesem Verfahren ihre Struktur abzuleiten. Seine Grundlagenforschung ermöglichte Watson und Crick schließlich die Beschreibung ihres DNA-Modells.

Rosalind Elsie Franklin: Im Zusammenhang mit der DNA-Entdeckung darf eine vierte, oft an den Rand gedrängte Schlüsselfigur nicht vergessen werden. Bereits 1953 erwähnte die englische Biochemikerin Franklin in ihren Notizen laut einer Biografin die Erbsubstanz als Struktur aus zwei Ketten. Zwei Wochen nach Franklins Röntgenversuchen bauten Watson und Crick am Cavendish Laboratory in Cambridge ihr bis heute gefeiertes DNA-Modell. Dieser Durchbruch ist nach weit verbreiteter Ansicht nicht ohne die bis dahin unveröffentlichten Untersuchungen von Franklin zu erklären. Sie starb 1958 im Alter von 38 Jahren an Krebs und gilt als "Heldin der Forschung, über die nicht mehr gesprochen wird". (APA/dpa)

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