Flughafen-Recherche mit Folgen

25. Februar 2003, 13:52
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Anklage wegen Verstoßes gegen Sicherheitsbestimmungen - Deutscher Journalist vor Gericht

Journalistische Recherche mit juristischen Folgen: Wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen deutscher Flughäfen sitzt ein Journalist seit Dienstag im Düsseldorfer Amtsgericht auf der Anklagebank. Für einen Fernsehbericht hatte der Münchener im vergangenen Jahr bei zahlreichen Inlandsflügen Messer in seinem Handgepäck unbehelligt durch die Kontrollen geschmuggelt.

Nach der Fernsehausstrahlung hatte der Bundesgrenzschutz den 39-Jährigen angezeigt. Den anschließenden Strafbefehl in Höhe von 18.000 Euro und ein Vergleichsangebot in Höhe von 6.000 Euro hatte der Journalist abgelehnt. Er selbst sieht sein Vergehen als gering an und beruft sich auf die Pressefreiheit.

Der Prozessauftakt endete am Dienstag nach wenigen Minuten mit einem Befangenheitsantrag der Staatsanwaltschaft gegen den vorsitzenden Richter am Amtsgericht. Demnach soll der Richter frühzeitig die Presse über den Fall informiert und die Staatsanwaltschaft nicht zu dem Vergleichsangebot gehört haben. (APA/dpa)

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