Touristiker trotz Flaute optimistisch

25. Februar 2003, 12:49
posten

Österreich Werbung rechnet trotz Irak-Krise mit gutem Sommer-Geschäft - Wintersaison bislang "zufrieden stellend"

Wien - Österreichs Touristiker zeigen sich für die kommende Sommersaison 2003 (Mai bis Oktober) vorsichtig optimistisch. Die Österreich Werbung (ÖW) erwarte im Sommer ein dreiprozentiges Umsatzplus bei einer Stagnation der Nächtigungen, hieß es am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien. Als große Unsicherheitsfaktoren gelten allerdings die - vor allem im Hauptherkunftsmarkt Deutschland - weiter andauernde Konjunkturflaute und der drohende Irakkrieg. Die Wintersaison 2002/03 sei bisher "zufrieden stellend" verlaufen, berichtete Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann (F).

Es wäre möglich, dass im Sommer auf Grund der Kriegsangst vielfach auf Fernreisen verzichtet werde und mehr Gäste aus den Nahmärkten in Österreich urlauben, meinte ÖW-Sprecherin Christa Lausenhammer. Einbußen durch geändertes Reiseverhalten auf Grund der Konjunkturschwäche könnten dadurch möglicherweise ausgeglichen werden. Die Touristiker bangen vor allem um die deutschen Gäste, die 44 Prozent der Sommerurlauber in Österreich stellen. "Die Buchungen aus Deutschland sind verhalten und liegen auf dem Niveau des Vorjahres", berichtet Lausenhammer.

Um verstärkt Urlauber aus den Nahmärkten nach Österreich zu locken, verstärke die ÖW in diesem Sommer die Initiativen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und zusätzlich in Frankreich und Großbritannien, kündigte Lausenhammer an. Das Budget für die Nahmärkte wurde von knapp über 2 Mio. Euro auf 2,78 Mio. Euro aufgestockt. Weitere Schwerpunkte der ÖW-Sommerkampagnen sind der Jugendtourismus, Wasser, Wellness, Internetbuchungen sowie Gästebindungsprogramme und Kooperationen. In der vergangenen Sommersaison 2002 stiegen die Nächtigungen um 1,6 Prozent auf 60,2 Mio. Euro, die Umsätze erhöhten sich um 6,3 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro.

Der österreichische Sommertourismus habe bisher ein Imageproblem gehabt, durch Investitionen der Tourismusbetriebe in Höhe von 750 Mio. Euro in Infrastruktur und Qualitätsverbesserung sei bereits stark an einer Imagekorrektur gearbeitet worden, sagte Rossmann. Österreich habe früher als langweilig gegolten, ein Schlechtwetterprogramm habe gefehlt: "Das ist jetzt nicht mehr so", meint Rossmann. Allerdings gebe es weiterhin großen Handlungsbedarf.

Die noch bis April dauernde Wintersaison sei über Weihnachten "sehr erfolgreich" verlaufen, auch das sprichwörtliche Jännerloch sei durch kurzfristige Buchungen aufgefüllt worden, zog Rossmann eine vorläufige Bilanz. Derzeit sei die Schneelage zufrieden stellend, ein Fragezeichen bleibe allerdings noch der späte Ostertermin, da einige Betriebe da bereits geschlossen hätten. Sollten die Ergebnisse der vorigen Rekord-Wintersaison gehalten werden, werde man "sehr zufrieden" sein. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Tourist vor einer relativ gern besuchten heimischen Kulisse.

Share if you care.