Ein versteckter Krieg

25. Februar 2003, 14:17
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Provider fordern "Killer-Software" um dramatischen Anstieg von Spy- und Ad-Ware in den Griff zu bekommen

Die amerikanischen Internet Service Provider (ISPs) schlagen Alarm - durch den dramatischen Ansteig von Spy-, Ad- und Sneak-Ware fühlen sich Kunden gestört und sehen sich die Provider mit wachsender Kritik und Beschwerden konfrontiert.

Auf der Suche nach der "Killer-Software"

Laut einem Bericht des amerikanischen Newsdienstes CNet, sind mittlerweile große Provider wie etwa EarthLink auf der Suche nach der "Killer-Software" um den unerwünschten Programmen Einhalt zu gebieten.

Dramatischer Anstieg

Laut Schätzungen des ISPs befinden sich auf rund 40 bis 50 Prozent der Rechner von Internet-Usern mit oder immer öfter ohne deren Wissen mehr oder weniger schädliche und neugierige Anwendungen. Besonders der Anstieg der KaZaA- und Imesh-User führte zu einem enormen Wachstum der Ad-Ware, da diese von den P2P-Client-Herstellern zu einer lukrativen Einnahmequelle geworden sind.

Ein aussichtsloser Kampf

Eine Vielzahl von Programmen hat sich dem Kampf gegen die "Untermieter" verschrieben. Unter den Anbietern finden sich etwa Pest Patrol, Spybot--Search & Destroy, LavaSoft Ad-Aware und Zone Labs (ZoneAlarm). Doch kaum das ein wirkungsvoller Schutz vor der Ad-Ware gefunden ist, haben die Hersteller der Anwendungen schon einen neuen Weg der Verbreitung gefunden.

"Drive-by Download"

Bei Spy-, Ad- und Sneakware handelt es sich in den seltensten Fällen tatsächlich um illegale Produkte. Vielfach werden beim Download eines kostenfreien Programms auch diese Anwendungen installiert. In den Lizenzbestimmungen finden sich auch dazu immer Hinweise, doch - so die Meinung der ISPs - lesen die Anwender die Bestimmung meist nicht durch oder müssen den Download akzeptieren um die Software überhaupt nutzen zu können. Aber die Verbreitungswege der Software geht weit über den "inkludierten Download" hinaus: Mittlerweile sind viele Spam-Mails mit versteckten HTML-Links versehen, die dafür sorgen, dass beim Öffnen der Nachricht die Software installiert wird. auch der so genannte "Drive-by Download" ist in aller Munde; hierbei werden User die über eine präparierte Webseite stolpern automatisch mit der Spy-Ware versorgt.

De-Installation nur mit Schwierigkeiten

Selbst wenn ein Schutzprogramm die Ad-Ware aufgespürt hat, ist der Anwender noch lange nicht von seinem Problem befreit. So verfügt etwa das weitverbreitete Marketingprogramm "CommonName" über einen speziellen Code, der dafür sorgt, dass nach erfolgter De-Installation der Software ach kein Internet-Zugang mehr gegeben ist. Auch das bekannte "11.September-Spiel - Yo Mamma, Osama!" hat einen ungebetenen Gast im Schlepptau. Dieser aktiviert sich alle drei Minuten und sendet Informationen an seinen Hersteller.

Sonderfall "Gator"

Einen Sonderfall stellt in diesem Zusammenhang das Werbetool "Gator" dar. Dieses ist zwar in vielen Fällen extrem lästig, doch im Vergleich zu anderer Software wenigstens klar und deutlich als Werbebotschaft zu erkennen und - da in Pop-Up-Form geliefert auch relativ schnell wieder abzudrehen. Die Installation der Software ist dennoch nur in den wenigstens Fällen wirklich einfach und schnell. Bei CNet wird Scott Eagle, Marketing-Manager von Gator mit den Worten zitiert: "Unsere Software ermöglicht es Anwendern Software mit einem Marktwert von mehr als einer halben Milliarde Dollar kostenlos zu nutzen, wenn diese im Gegenzug die Werbeeinblendungen ansehen. Die Leute wollen auch keine TV-Werbung, aber vielfach wird diese akzeptiert da es sich um eine Notwenigkeit des Marktes handelt".(red)

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