Irak-Resolution: London "vorsichtig optimistisch"

25. Februar 2003, 10:52
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Blair spricht im Unterhaus - Fischer in London

London - Die britische Regierung ist "vorsichtig optimistisch", dass der jüngste unter amerikanischer Federführung ausgearbeitete UNO-Resolutionsentwurf zum Irak vom Sicherheitsrat angenommen wird. "Wir haben die Zusammensetzung des Sicherheitsrats studiert und glauben, dass wir die Resolution durchbekommen", sagte Mike O'Brien, Staatssekretär im Außenministerium, der BBC. Britische Zeitungen zeigten sich am Dienstag jedoch weniger zuversichtlich. Nach Informationen des "Daily Telegraph" (Dienstagausgabe) schließen britische Diplomaten ein Veto durch Frankreich oder Russland nicht aus. Um die Verabschiedung werde es einen "harten Kampf" geben.

Premierminister Tony Blair will am frühen Dienstagnachmittag im Unterhaus seine harte Haltung gegenüber dem Irak und seine fortgesetzte Unterstützung für US-Präsident George W. Bush deutlich machen. Seine Aufgabe, kritische Labour-Abgeordnete von der Notwendigkeit eines militärischen Vorgehens gegen Saddam Hussein zu überzeugen, dürfte durch die von Frankreich eingebrachten Gegenvorschläge nicht "leichter gemacht worden sein", kommentierte der liberale "Independent" am Mittwoch.

Unmittelbar nach der Unterhaus-Erklärung Blairs trifft der deutsche Außenminister Joschka Fischer in London mit seinem Amtskollegen Jack Straw zusammen. Auch eine Unterredung zwischen Fischer und Blair ist vorgesehen.

In einer für Mittwoch anberaumten Unterhaus-Debatte zum Irak wird erheblicher Widerstand gegen den Kriegskurs von Blair erwartet. Bis zu 100 Labour-Abgeordnete könnten dabei gegen einen Regierungsantrag stimmen, in der der jüngste UNO-Resolutionsentwurf der USA, Großbritanniens und Spaniens als die "letzte Warnung" an Saddam Hussein bezeichnet wird.(APA/dpa)

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