Entzündungshemmer schützt vor Schlaganfall

25. Februar 2003, 12:55
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Hoher Interleukin-10-Spiegel bewahrt Gehirn vor Folgeschäden

Barcelona - Personen mit einem hohen Interleukin-Spiegel sind laut spanischen Forschern vor Schlaganfall-Schäden geschützt. Der natürliche Entzündungshemmer, der von Zellen des Immunsystems gebildet wird, scheint eine protektive Wirkung für das Gehirn zu besitzen. Die Ergebnisse könnten nicht nur zu neuen Wegen der Schadensminimierung des Gehirns nach einem Schlaganfall führen, sondern mitunter auch die Zahl der Todesfälle nach einem Schlaganfall reduzieren und die Genesung verbessern.

Die unmittelbare Zeit nach einem Schlaganfall ist bedeutend. Bei rund einem Drittel der Patienten verschlechtern sich die neurologischen Symptome wenige Tage nach dem Schlaganfall. Das Sterberisiko steigt ebenso wie eine Langzeit-Behinderung. Über die Gründe wissen Forscher noch wenig Bescheid. Die spanischen Forscher unter der Leitung von Angel Chamorro von der Universitat Autonoma de Barcelona untersuchten in diesem Zusammenhang die mögliche Rolle der Interleukine, mit Hilfe deren das Immunsystem seine Aktivitäten kontrolliert. Es ist bereits bekannt, dass Interleukin-10 (IL-10) Entzündungsreaktionen eindämmt, während IL-4 die Immunabwehr aktiviert.

Untersucht

Die Forscher ermittelten bei 231 Krankenhauspatienten, die einen Schlaganfall erlitten hatten, kurz nach der Einlieferung den IL-4 und IL-10 im Blut. Innerhalb von 48 Stunden verschlechterte sich der Zustand von 83 Patienten. Bei ihnen war die Konzentrationen von IL-10 im Blut die ersten Stunden nach dem Schlaganfall besonders niedrig. Die Konzentration lag bei weniger als sechs Pikogramm pro Milliliter Blutplasma. Die Konzentration von IL-4 schien dahin gegen keine Rolle zu spielen, berichtet die BBC. Die Beziehung zwischen IL-10 und Schlaganfall war trotz Berücksichtigung von Unterkühlung, des neurologischen Zustandes bei der Einlieferung und einer Unterzuckerung vorhanden", erklärt Forschungsleiter Chamorro.

Die Studie bekräftige, dass entzündungshemmende Prozesse eine bedeutende Rolle bei akuten Durchblutungsstörungen des Menschen spielen können. Mitunter kann IL-10 zum Schutz der Nervenzellen bei derartigen Störungen eingesetzt werden", so Chamorro weiter. Noch sei es aber zu früh zu sagen, dass IL-10 als Standardindikator bei Schlaganfall-Patienten gemessen werden soll. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin der American Heart Association "Stroke" publiziert. (pte)

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