Ex-Präsident von Sambia wegen Unterschlagung verhaftet

24. Februar 2003, 19:39
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Chiluba soll Millionen ins Ausland geschafft haben

Lusaka - Der ehemalige Präsident von Sambia, Frederick Chiluba, ist am Montag wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder vorübergehend verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Präsident bis Dezember 2001 umgerechnet mehrere Millionen Euro ins Ausland geschafft zu haben. Der 59-Jährige hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er wurde wenig später gegen eine Kaution von 1,5 Milliarden Kwacha (280.000 Euro) freigelassen.

Zu der Verhaftung kam es, nachdem die Polizei den ehemaligen Präsidenten zum zweiten Mal in dieser Woche verhört hatte. Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte es in der vergangenen Woche abgelehnt, seine Immunität wiederherzustellen und damit den Weg für die Verhaftung freigemacht. Sein Nachfolger Levy Mwanawasa warf Chiluba vor, dieser habe Verwandten und Vertrauten über ein Londoner Bankkonto des sambischen Geheimdienstes öffentliche Gelder zukommen lassen.

Die Polizei erklärte, Chiluba sei zu den Kontobewegungen in London befragt worden. Außerdem sei es um die mutmaßliche Verwendung von Regierungsgeldern für die Anschaffung von Fahrzeugen für die Regierungspartei gegangen. Chiluba soll auch in einen Waffenhandel mit dem Kongo im Wert von 20 Millionen Dollar (18,7 Mill. Euro) verwickelt sein. Mwanawasa hatte das Präsidentenamt im Dezember 2001 von Chiluba übernommen. (APA/AP)

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