Wo Frauenförderung noch nicht wirkt

25. Februar 2003, 11:38
2 Postings

Magistrat: Mehr Männer auf Chefposten - Spitzenfunktionen immun gegen Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit

Wien< -="" es="" gibt="" sie:="" die="" erfolgreichen="" frauen="" im="" wiener="" magistrat,="" die="" leitende="" funktionen="" inne="" haben.="" die="" situation="" kann="" also="" nicht="" schlechtgeredet="" werden.="" doch="" die="" auswertung,="" wie="" chefposten="" in="" der="" städtischen="" verwaltung="" besetzt="" sind,="" zeigt="" für="" monika="" vana,="" grüne="" frauensprecherin:="" "c="" "maximal="" ein="" viertel="" der="" leitungsstellen="" im="" mittleren="" und="" oberen="" management="" ist="" mit="" einer="" frau="" besetzt",="" hat="" vana="" daten="" seit="" 1997="" ausgewertet.="" seit="" 96="" gilt="" in="" wien="" das="" gleichbehandlungsgesetz="" mit="" dem="" ziel,="" parität="" herzustellen:="" also="" halbe-halbe="" auf="" allen="" dienstposten="" und="">

Juristinnen am erfolgreichsten

Am weitesten vorgedrungen in die Chefetagen sind Juristinnen: In den drei höherwertigen Dienstklassen - ein abgeschlossenes Studium ist Voraussetzung - besetzen sie bis zu 48 Prozent der Posten. Das genaue Gegenteil ist bei Technikerinnen zu bemerken. Nicht eine hat es bisher zur technisch versierten Spitzenbeamtin (bis Dienstklasse XI) gebracht. Zwei Beamtinnen schaffen aber in der Baudirektion an. Das ist "fast eine kleine Erfolgsstory" für Vana, wo doch in der Baubranche "jahrzehntelange Frauenabstinenz" herrschte.

Immer mehr Frauen leiten eine Magistratsabteilung, wenngleich eine 50-Prozent-Quote bei weitem nicht erreicht wird. Zehn von 70 Abteilungsleitern (14 Prozent) sind weiblich, in sechs von 19 Bezirksämtern (ein Drittel) weiß man, was es heißt, eine Frau an der Spitze zu haben.

Männer besetzen Primariate

Im Wiener Krankenanstaltenverbund dagegen werden Primariate wieder zunehmend mit Männern besetzt, ergab die Auswertung der Grünen, die auf Daten von Frauenstadträtin Renate Brauner (SP) beruht. Nur 16 von 154 Primariaten sind weiblich besetzt - ein Anteil von gut zehn Prozent. Zum Vergleich: 1997 waren es immerhin 15 Prozent. Dafür halten die Oberärztinnen seit Jahren ihre Stellung im Krankenhausdienst: Ein Drittel der Posten in Spitälern gehört ihnen.

Quote hin oder her, fix ist: Sie ist noch lange nicht erfüllt. Da macht sich auch Gleichbehandlungsbeauftragte Cornelia Stangl keine Illusionen. Bis wann die 50-Prozent-Quote umgesetzt ist, wagt sie nicht zu schätzen. Man müsse "realistisch vorgehen". So werde pro Abteilung ein Plan auf mehrere Jahre erstellt, wann, wo, und auf welche Posten Frauen nachrücken könnten. Das hänge etwa von Fluktuation und Pensionierungen ab. Einen Wendepunkt könnte es in drei Jahren geben: "Da steht eine Pensionsflut an." Es werde sich zeigen, wie ernst man es mit der Frauenförderung meint.

Stichwort Nachwuchs

Stichwort Nachwuchs: In manchen Bereichen gebe es einfach noch zu wenig Frauen im Magistrat, die in höhere Dienstklassen aufrücken könnten. Konkret bei den Technikerinnen weiß Stangl, dass es auch in unteren Dienstklassen kaum Frauen gibt. Stadträtin Brauner weist in einer Grüne-Anfragebeantwortung darauf hin, dass Frauenförderung eine "mittel-bis langfristige" Angelegenheit sei. Jedenfalls gebe es viele Projekte auf Magistrats- und Bezirksebene, die die Anliegen der Frauen besonders berücksichtigen; auch in der Aus- und Weiterbildung.

Vana fordert für Frauenförderung ein eigenes Budget. Bei Nichterfüllen der Förderpläne müsse es Sanktionen geben. Der Frauenförderplan lief 2002 aus, der neue, verbesserte wird laut Stangl im März vom Bürgermeister präsentiert. (Roman Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2003)

  • Artikelbild
    photodisk
Share if you care.