"Zwei Väter einer Tochter": Blutsbande und andere Schlingen

23. Juli 2004, 14:35
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Boulevard-Kino: "Zwei Väter einer Tochter" von Reinhard Schwabenitzky

Wien - Gewisse biologische Grundregeln wird auch die fortgeschrittene Reproduktionsmedizin so schnell nicht aus den Angeln heben. Und somit ist klar, dass es sich bei "zwei Vätern einer Tochter" nur um eine Mutmaßung handeln kann, die nach Aufklärung verlangt.

Gewisse Genres legen eine ähnliche Resistenz gegenüber Modernisierungen an den Tag. Zwei Väter einer Tochter, Reinhard Schwabenitzkys jüngster Film, ist ein Boulevardstück, zu dessen Ingredienzen quasi ganz naturgemäß eine Jahrzehnte zurückliegende voreheliche Verfehlung und deren späte Folgen gehören.

Zwei Herren im fortgeschrittenen Alter - Karl Merkatz und Peter Fricke - werden mit der Tatsache konfrontiert, dass einer von ihnen seinerzeit ein Kind gezeugt hat. In Gestalt einer ausgewachsenen Person (Elfi Eschke) steht dieses nun vor ihnen und fordert die Erstattung aller im Laufe eines Lebens angefallenen Unkosten, für die Väter gemeinhin zahlungspflichtig sind.

Rund um den Wörthersee und rund um diesen Konflikt, der Intrigen und Abwehrversuche nach sich zieht, ist auch das übrige Personal der Komödie - das sich am Ende hübsch in fünf Paare ordnen lässt - mit familiären Miss- und Zwangslagen beschäftigt: Der ewige Sohn etwa sucht sich zu emanzipieren, und die Tochter ist drauf und dran, eine Geldheirat einzugehen.

Darüber kann man sich jetzt die Haare raufen. Andererseits fällt es im Verbund des Kinorahmenprogramms auch nicht weiter auf: Die Trailer zu demnächst anlaufenden US-Komödien, die vor Zwei Väter einer Tochter zu besichtigen sind, besagen nichts weniger, als dass vergleichbar leichtgewichtige Unterhaltung weltweit produziert wird.
(DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2003)

  • Schwabenitzkys Konstante Elfi Eschke als Tochter der "zwei Väter"
    foto: einhorn

    Schwabenitzkys Konstante Elfi Eschke als Tochter der "zwei Väter"

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