200 Millionen Euro für neue Stau-Infos

24. Februar 2003, 18:13
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Asfinag investiert bis 2010 kräftig in Telematik - Lkw-Maut wird nicht gesenkt - mit Infografik

Wien - Der Autobahnen- und Schnellstraßenbetreiber Asfinag macht ernst mit Telematik: Autofahrer sollen künftig nicht nur früher über Staus und Störungen im Straßenverkehr informiert, sondern im Idealfall auch rechtzeitig von einer blockierten Straße ab-und umgeleitet werden. Die dafür notwendigen Verkehrsmanagementsysteme müssen allerdings erst angeschafft werden, was in den nächsten sieben Jahren Investitionen von 193,8 Mio. Euro erfordert.

Den Startschuss für den ersten, rund 50 Mio. Euro umfassenden Brocken gab Asfinag-Vorstand Walter Hecke am Montag bekannt: Die Ausschreibung für die Zentrale Steuerung in Wien-Inzersdorf. Dort soll ein Rechenzentrum errichtet werden, das den gesamten Autobahnverkehr managt. Im Mai soll der Zuschlag erfolgen.

Schlag auf Schlag

Dann geht es Schlag auf Schlag: Im Oktober 2004 soll das erste Verkehrsbeeinflussungssystem (VBA) auf der Brennerstrecke in Testbetrieb gehen. Um optimal auf die Unwägbarkeiten des Verkehrsaufkommens reagieren zu können, soll die an der Schnittstelle von A13 und A12 zu errichtende VBA Tirol mit den Verkehrssystemen in Bayern und Südtirol vernetzt sein. 2006 bekommt der Großraum Salzburg (A10) eine VBA, 2007 folgen Graz (A2 und A9) und Vorarlberg (A14), dann Linz (A1 und A7) und Klagenfurt/Villach (A1, A10 und A11).

Am teuersten ist mit 80 Mio. Euro der Großraum Wien, wo zwar 2005 mit dem Bau der Anlagen begonnen wird, diese aber frühestens 2010 fertig sind. Das hat freilich einen Grund, der Bau der Wiener Südostumfahrung (S1) müsse abgewartet werden. "So ein System hat nur dann Sinn, wenn es Ausweichstrecken gibt", meint Hecke. Da eine Alternative zur Südautobahn (A2) zwischen Guntramsdorf und Vösendorf nicht in Sicht ist, müsse erst die A2 "ausgereizt" werden.

Gelassenheit vor EU-Prüfung

Gelassen sieht Hecke die EU-Prüfung der neuen Lkw-Maut: "Ich gehe davon aus, dass diese unverändert bleibt." Denn im Gegensatz zu Deutschland sind Autobahnbau und -erhaltung in Österreich nutzerfinanziert, die Asfinag kann also nachweisen, was Ausbau und Betrieb kosten. Daher sollte es mit der Durchschnittsmaut von 22 Cent pro Kilometer keine Probleme geben. Alte Autobahnen seien meist schon abgeschrieben, sodass nur mehr der Erhalt verrechnet werden könne, meinte hingegen ein Sprecher von EU-Kommissarin Loyola de Palacio. Österreich habe sein künftiges Mautsystem noch nicht in Brüssel notifiziert, sei aber gut beraten, dies zu tun. Gibt es kein grünes Licht, kann gegen die Gebühr geklagt werden. Mauten dürften nur den Streckenkosten entsprechen, nicht einer Gebühr für das Recht auf Fahrt. (ung, APA, DER STANDARD, Printausgabe 25.2.2003)

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Asfinag

  • Verkehrsbeein- flussungsanlagen auf Autobahnen - Grafik zum Vergrößern anklicken.
    grafik: derstandard

    Verkehrsbeein- flussungsanlagen auf Autobahnen - Grafik zum Vergrößern anklicken.

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