Garfunkel: "Ich schäme mich und habe große Angst"

24. Februar 2003, 17:49
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Grammy-Preisträger Art Garfunkel empfindet den Bush-Kurs wie "einen schlechter Traum"

London/Hamburg - Für Sänger Art Garfunkel ist der politische Kurs von US-Präsident George W. Bush "ein schlechter Traum". "Man fragt sich, ob das wirklich echt ist, was derzeit vor sich geht. Ich schäme mich nicht dafür, ich habe einfach große Angst", sagte Garfunkel in einem Gespräch. Bei der Grammy-Verleihung in New York am Sonntagabend war der Sänger zum ersten Mal seit zehn Jahren mit seinem Partner Paul Simon aufgetreten. Die beiden Altstars eröffneten am Wochenende die Gala-Nacht mit ihrem Superhit "The Sound Of Silence".

"Ich fühle mich gar nicht wie ein Amerikaner. Ich liebe die Offenheit und Sentimentalität der Amerikaner, es ist ein großartiges Land, aber die derzeitige Führung ist schlimm. Es ist alles unwirklich", sagte Garfunkel, der an diesem Dienstag in Bonn im Rahmen seiner Europa-Tournee gastiert. "Wir Amerikaner wollen die Verbundenheit mit euch nicht verlieren - wir sind aber entfremdet. Die Freundschaft zwischen uns wächst seit einigen Jahrzehnten und das schmeißen wir nicht einfach weg."

Bei den Grammys fiel der erwartete Protest einiger Künstler gegen den Irak-Kriegskurs ihrer Regierung aus. Die National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS), die die Grammys zum 45. Mal vergab, hatte zuvor betont, dass die Meinungsfreiheit der Künstler bei der Gala keineswegs eingeschränkt sei. Zugleich hatte sie jedoch alle Beteiligten darauf hingewiesen, dass es bei der Show um Entertainment und nicht um politische Inhalte gehe. (APA)

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    Bei der Grammy-Verleihung in New York war Art Garfunkel zum ersten Mal seit zehn Jahren mit seinem Partner Paul Simon aufgetreten. Die beiden Altstars eröffneten am Wochenende die Gala-Nacht mit ihrem Superhit "The Sound Of Silence"

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