Unfeine Belastung durch Feinstaub

24. Februar 2003, 17:35
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Grenzwerte überschritten - Wien auf Suche nach Verursachern

Wien - "Die Luft ist die gleiche - es ist nur eine neue Messmethode, und es sind neue Grenzwerte", beteuert Wiens Umweltstadträtin Isabella Kossina (SP). So neu sie auch sein mögen, die Grenzwerte für Feinstaub: Sie wurden heuer schon mehr als fünfmal überschritten. Laut Immissionsschutzgesetz Luft (IGL) darf der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft 35-mal pro Jahr erreicht werden. "Da sind wir sicher drüber", weiß Kossina.

Das Problematische an Feinstaub ist, dass er bis in die Lungenbläschen eindringen und von dort über den Blutkreislauf in den ganzen Körper vordringen kann. Im Gegensatz zu gröberen Staubpartikeln, die in den oberen Atemwegen hängen bleiben und wieder ausgehustet werden können.

Auch in Graz und Lienz

Noch schlimmer als Wien sind Graz und Lienz in Tirol dran - mit der höchsten Feinstaubbelastung Österreichs. Graz hat aufgrund seiner schlecht durchlüfteten Kessellage sein Überschreitungskontingent bereits Mitte Februar überschritten.

Da sei Wien mit seinem sprichwörtlichen Lüfterl "klimatisch weit günstiger dran", so Kossina. Trotzdem will sie das Wiener Messstellennetz für Feinstaub von derzeit fünf Stationen auf insgesamt 15 ausbauen. Kossina geht davon aus, dass die größten Feinstaub-Produzenten Betriebe und etwa der derzeit herum rollende Rollsplitt sei. Werner Prutsch vom Grazer Umweltamt ist hingegen überzeugt, dass die Kfz-Emissionen Hauptverursacher seien, "und davon vor allem die Dieselfahrzeuge".

Kossina will jedenfalls gleichzeitig mit den heuer intensivierten Testreihen auch eine Quellenanalyse durchführen lassen, um die Verursacher festmachen zu können. Denn das Gesetz ist in ihren Augen eher "zahnlos, weil vorgesehen ist, dass erst nach Überschreitungen der Umweltminister ein Maßnahmenpaket erarbeitet". (cms, frei/DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2003)

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