Brüssel schaltet sich in Strom-Deal zwischen Rom und Paris ein

24. Februar 2003, 16:01
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Bisher blockierte Stimmrechte von EdF bei Edison sollen freigegeben werden

Brüssel - Die EU-Kommission hat am Montag in Brüssel darauf gedrungen, in eine mögliche französisch-italienische Verabredung zu strategisch wichtigen Strom-Beteiligungen einbezogen zu werden. Dabei geht es insbesondere über eine Freigabe bisher blockierter Stimmrechte des Pariser Stromgiganten EDF bei dem italienischen Energieriesen Edison, der zum Einflussbereich der FIAT-Gruppe gehört.

Der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti sagte: "Wir werden sehen, was die Beteiligten genau vereinbaren. Dann werden wir reagieren." Ergänzend hieß, die Kommission erwarte bei einer Änderung der Stimmrechtsverhältnisse bei Edison, "dass man mit uns spricht".

EDF unter Beobachtung

Monti und die gesamte Kommission wachen mit Argusaugen über die europäische Einkaufstour von EDF. Es geht dabei um die Annahme, EDF nutze seine geschützte Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt, um im Ausland Beteiligungen zu sammeln.

Monti hatte der FIAT-Gruppe 2001 den Einstieg beim Mischkonzern Montedison mit den Töchtern Edison und Sondel unter der Bedingung erlaubt, dass die EDF-Stimmrechte auf zwei Prozent beschränkt bleiben. EDF ist mit 18 Prozent an der Zwischengesellschaft Italenergia Bis beteiligt, die wiederum 76,9 Prozent an Edison hält. Falls die Electricité de France (EDF) bei Edison mehr Einfluss bekomme, müsse dies in Brüssel zur Prüfung angemeldet werden, hatte es in der damaligen Entscheidung geheißen.(APA/dpa)

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