Union Versicherung hält an CLC jetzt "knapp über 5 Prozent"

24. Februar 2003, 14:02
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An Callcenter-Betreiber bereits beteiligt gewesen - Nach Kapitalerhöhung im Herbst überschritt Anteil meldepflichtige Schwelle

Der schwer angeschlagene oberösterreichische Callcenter-Betreiber CLC hat mit der Union Versicherung einen neuen Großaktionär aus der heimischen Versicherungsbranche. Wie CLC in einer Pflichtmitteilung im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" (Montag-Ausgabe) bekannt gab, hat die Union Versicherung eine Beteiligung erworben, die zwischen 5 und 10 Prozent des Grundkapitals liegt. Union-Vorstand Josef Adelmann präzisierte den Anteil gegenüber der APA mit "knapp über 5 Prozent".

Man sei bereits beteiligt gewesen, sagte Adelmann am Montag. Nach der Kapitalaufstockung im Herbst 2002 habe der Anteil die Meldeschwelle von 5 Prozent überschritten, weil andere CLC-Aktionäre bei der Kapitalerhöhung nicht mitgezogen hätten.

Die Union Versicherung mit Sitz in Wien steht zu jeweils einem Drittel im Besitz der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Wiener Städtischer und der deutschen Ergo-Gruppe.

Bei der CLC AG hält das Schweizer Finanzhaus BlueBull von Michael "Mike" Lielacher seit Ende 2002 mit rund 53 Prozent die Mehrheit. Die IT-Finanzholding Beko ist zuletzt laut "FirmenCompass" mit 22,1 Prozent beteiligt gewesen, die zur BA-CA gehörende Gründerfonds Beteiligungsmanagement GmbH mit 17,3 Prozent und die Privatstiftung von Ex-CLC-Vorstandschef Cevdet Caner mit fast 13 Prozent. Jeweils etwas mehr als 5 Prozent entfallen - neben der Union Versicherung - diesen Angaben zufolge auf den früheren IBM-Manager Horst Breitenstein und auf eine in Linz registrierte Privatstiftung. Die restlichen Anteile sind im Streubesitz. Für exakte Angaben zur derzeitigen Aktionärsstruktur war bei CLC heute niemand bereit.

CLC, bekannt durch die private Telefonauskunft 11 88 99, war 2002 mit massiven Verlusten konfrontiert. Mitte Jänner hatte das Linzer Unternehmen einen Megaverlust von voraussichtlich 25 Mio. Euro avisiert. Vergangenen Freitag wollte CLC genauere vorläufige Geschäftszahlen für 2002 vorlegen, wegen der Aufarbeitung der Insolvenz der deutschen Tochter Camelot wurde die Bekanntgabe jedoch verschoben. Möglicherweise werde es erst Ende April Zahlen geben, dann aber die endgültigen, hatte es am Freitag geheißen. An der Wiener Börse notierte die CLC-Aktie zuletzt bei 60 Cent.(APA)

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