Jabloner: "Weg zurück in die Zwischenkriegszeit"

24. Februar 2003, 14:01
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Präsident des Verwaltungsgerichts bezeichnet Besetzung der Uniräte als "interessanten Weg der Reaktion"

Wien - Scharfe Kritik an der Besetzung der Uni-Räte durch die Bundesregierung kam am Montag von Verwaltungsgerichtshofs-Präsident Clemens Jabloner. Während der Präsentation des Endberichts der Historikerkommission sagte er wörtlich: "Die Besetzung der Uniräte ist ein Weg zurück in die Zwischenkriegszeit." Und: "Man will sich nicht nach Europa bewegen, sondern zurück."

Er verwies darauf, dass die Universitäten in der Ersten Republik ein "Hort der Reaktion" gewesen seien - die nunmehrigen Besetzungen bezeichnete er denn auch als "interessanten Weg der Reaktion". Gelingen werde dieser freilich nicht, an den Unis sei in der Zwischenzeit schon zu viel geschehen.

Die Bundesregierung hat in der Vorwoche die insgesamt 59 von ihr zu bestellenden Universitätsräte präsentiert und ist dafür vor allem wegen der Bestellung von Burschenschaftern heftig kritisiert worden. Die Uni-Räte sind laut dem im vergangenen Oktober in Kraft getretenen Universitätsgesetz für Kontroll- und Bestellungsfunktionen zuständig. Die Hälfte wird von der Regieurng bestellt, die andere Hälfte von den Gründungskonventen der künftig 21 Hochschulen.(APA)

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