Startschuss für Bürgerkarte

24. Februar 2003, 13:52
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"Eine neue Ära in der österreichischen Verwaltung", so die OCG

Der derzeit einzige österreichische Zertifizierungsanbieter, die a.trust Gesellschaft für Sicherheitssysteme im elektronischen Zahlungsverkehr, und die Oesterreichischen Computergesellschaft (OCG), haben am Montag mit der Ausgabe der ersten Chipkarten mit sicherer elektronischer Signatur und Bürgerkartenfunktion begonnen. Die erste Bürgerkarte wurde für den österreichischen Computerpionier und Erfinder des legendären Computer-Protoypen "Mailüfterl", Heinz Zemanek, ausgestellt.

"Startschuss für eine neu Ära in der österreichischen Verwaltung"

Mit der Erstausgabe der Bürgerkarte sei der "Startschuss für eine neu Ära in der österreichischen Verwaltung" erfolgt, meinte OCG-Generalsekretär Eugen Mühlvenzl, bei einem Pressegespräch in Wien. Österreich spiele in Europa dabei eine Vorreiterrolle und sei nach Finnland erst das zweite Land, dass diesen neuen Bürgerservice einrichtet. Damit werde Österreich schon heute einer EU-Direktive gerecht, wonach bis 2005 denn Bürgern der Online-Zugang zur Verwaltung ermöglicht werden soll, der den Einsatz solche Bürgerkarten in allen EU-Staaten vorsehe.

Kernstück der österreichischen e-Government-Strategie

Die Bürgerkarte mit ihrem wesentlichen Element der digitalen Signatur (elektronischen Unterschrift) ist als ein Kernstück der österreichischen e-Government-Strategie zu sehen. Die digitale Signatur kommt der eigenhändigen Unterschrift des Bürgers gleich. Neben dem Ersatz für die Unterschrift beinhaltet diese Chipkarte zusätzlich noch die so genannte "Bürgerkarten-Funktion", das heißt, das Zertifikat der Digitalen Signatur wird durch eine Abfrage beim Zentralen Melderegister (ZMR) um eine "amtliche Personenbindung" erweitert.

So wird die Kommunikation und Transaktion mit der Behörde gesichert, da der Bürger eindeutig identifizierbar ist. Elektronisch gestellte Anträge können von der Behörde eindeutig und unverwechselbar einem Bürger zugeordnet werden. Technologisch kann auch festgestellt werden, ob das Dokument während des Transportes oder auch danach unzulässigerweise verändert wurde.

Umsetzung auf Bankomatkarten

Die Bürgerkarten-Funktionalität kann grundsätzlich auf unterschiedliche Chipkarten aufgebracht werden. So ist laut Reinhard Posch, Leiter der Stabstelle Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) des Bundes, ab Mitte 2004 die Umsetzung auf Bankomatkarten geplant. Es kommen aber auch neue Personalausweise, Studentenausweise, die geplanten e-Cards der Sozialversicherungen und Kreditkarten in Frage. Dabei könnte in Zukunft auch eine Verknüpfung in Richtung Biometrie ein Thema sein.

Während sich für Unternehmer eine Bürgerkarte bereits bei einer Einzeltransaktion lohnen könne, rechnet Posch im privaten Bereich mit einer Durchdringungsrate von 15 bis 30 Prozent in sieben Jahren.

Zertifizierungsanbieter erforderlich

Für die Ausgabe von Bürgerkarten ist in Übereinstimmung mit dem Gesetz ein Zertifizierungsanbieter erforderlich. Derzeit ist die a.trust der einzige Anbieter in Österreich. Bürgerkarten können daher ausschließlich in a.trust-Registrierungsstellen ausgegeben werden. Eine aktuelle Liste kann unter http://www.a-trust.at abgerufen werden. Grundsätzlich kann jeder Bürger ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Österreich eine Bürgerkarte beantragen. Die Kosten dafür, inklusive Lesegerät, Registrierung und Ausstellungsgebühr, betragen rund 100 Euro. Die Gültigkeit eines qualifizierten Zertifikates beträgt drei Jahre. Bis Jahresende 2003 soll es 150 Registrierungsstellen geben.(APA)

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