Kravattenzwang

24. Februar 2003, 13:41
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Soziale Notwendigkeit oder Diskriminierung? - Gericht entscheidet bei Musterprozess in Manchester

London - Ist Krawattenzwang Männerdiskriminierung? Diese Frage beschäftigt seit Montag ein Arbeitsgericht in der englischen Stadt Manchester. Unterstützt von einer Gewerkschaft verklagt der Beamte Matthew Thompson das britische Arbeitsministerium, weil er in Anzug und mit Schlips zum Dienst kommen muss. Sein Einwand: Seine Kolleginnen im Arbeitsamt von Stockport dürfen sich anziehen, wie sie wollen; sogar T-Shirts seien erlaubt.

"Ich komme nur selten in Kontakt mit der Öffentlichkeit", erläuterte Thompson am Montag in der "Times". Und: "Die Kleidungsvorschriften ergeben keinen Sinn. Warum wird mir mit Rauswurf gedroht, wenn ich keine Krawatte trage?" Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte, das Image der Behörden werde wesentlich durch das Erscheinungsbild ihrer Mitarbeiter geprägt. Deshalb seien Kleidungsvorschriften wichtig.

Pfingst-Ochse

Im vergangenen Jahr hatte Dennis Fitzpatrick aus Birmingham bereits Schlagzeilen gemacht, als ihm sein staatlicher Arbeitgeber das Tragen von Jeans verboten hatte und er daraufhin mit bunt gemusterter Krawatte und Schottenrock ins Büro gekommen war: "Dagegen hatten sie nichts einzuwenden, auch wenn ich aussah wie ein Pfingstochse."

In der Londoner City, Europas größtem Finanzviertel, waren die Kleidungsvorschriften für Banker und Broker auf dem Höhepunkt des Internet- und Börsenbooms gelockert worden. Inzwischen herrscht weithin wieder der alte Krawattenzwang: Das Kunststück, sich leger, aber gepflegt zu kleiden, soll nur wenigen Herren gelungen sein. (APA/dpa)

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    Eine praktische: Mit Plan (der Münchner Innenstadt) ist der Weg immer dabei - zu spät zum Meeting kommen mit "wusste nicht, wohin ...", gilt nicht.

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