Kroatien sichert bessere Zusammenarbeit mit UNO-Tribunal zu

24. Februar 2003, 13:11
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Picula: "Wir wissen, was auf dem Spiel steht"

Brüssel - Kroatien will künftig besser mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im früheren Jugoslawien in Den Haag zusammenarbeiten. Dies erklärte Außenminister Tonino Picula am Montag nach einem Gespräch mit EU-Außenkommissar Christ Patten und dem griechischen Außenminister und EU-Ratspräsident Georgios Papandreou. "Das ist wichtig für uns, wir wissen, was auf dem Spiel steht."

Kroatien hatte am Freitag das Ansuchen auf EU-Mitgliedschaft abgegeben. Patten sagte, die Bewerbung werde nun von der EU-Kommission geprüft. In einem Jahr werde sich die Brüsseler Behörde dann formal zu dem Beitrittsgesuch äußern.

Die Frage der Kooperation mit dem UNO-Tribunal in Den Haag war in Kroatien in den vergangenen Monaten durch den "Fall Bobetko" aktuell geworden. Die Niederlande und Großbritannien haben die Ratifizierung des Stabilitäts- und Assoziierungsabkommen (SAA) aus diesem Grund vorerst aufgeschoben.

Dem heute 84-jährigen Ex-Generalstabschef Janko Bobetko wird vorgeworfen, im Jahr 1993 im Rahmen der Militäraktion "Tasche von Medak" für den Tod von rund 100 serbischen Zivilisten verantwortlich zu sein. Die kroatische Regierung argumentiert, Bobetko sei als ranghoher Soldat zu der Militäroperation verpflichtet gewesen. Der General befindet sich in Spitalspflege und gilt als zu krank für eine Überstellung. Das wurde von einem Ärzteteam des Tribunals neulich bestätigt. (APA/AP)

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