Trunk: "FPÖ-Innenminister nicht vorstellbar"

24. Februar 2003, 12:59
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SPÖ-Nationalratsabgeordnete kritisiert Schüssel: "Inszeniert Tragikomödie der österreichischen Innenpolitik"

Klagenfurt - Heftige Kritik an der FPÖ-Forderung nach dem Posten des Innenministers in einer Neuauflage der schwarz-blauen Koalition kam am Montag von der Kärntner SPÖ-Nationalratsabgeordneten Melitta Trunk. Sie erklärte gegenüber der APA, ein FPÖ-Innenminister sei für sie "nicht vorstellbar". Den Beginn der Koalitionsverhandlungen mit den Freiheitlichen durch die ÖVP drei Monate nach der Wahl bezeichnete sie als eine von Bundeskanzler Schüssel inszenierte "Tragikomödie der österreichischen Innenpolitik".

Der Wunsch der FPÖ, in der neuen Regierung den Innenminister zu stellen, sei eine Drohung für das Land, so Trunk. Zudem sei es mehr als eigenartig, dass ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel allein auf Grund der postulierten inhaltlichen Vorstellungen der SPÖ Verhandlungen verweigert habe. Trunk: "Die FPÖ gibt hingegen vor den Verhandlungen schon Ministersessel vor und Schüssel nimmt das kommentarlos hin." Dies sei ein neuerlicher Beweis dafür, dass FP-Altobmann Jörg Haider und Schüssel vor drei Jahren einen Pakt geschlossen hätten, der zumindest zwei Legislaturperioden umfasse, mutmaßte die Abgeordnete.

Ebenfalls klar werde dadurch, dass Schüssel überhaupt nie die Absicht gehabt habe, mit den Sozialdemokraten eine Koalition einzugehen, sondern lediglich Scheingespräche geführt habe. "Es war immer geplant, wieder mit der FPÖ eine Regierung zu bilden, obwohl diese bei der letzten Wahl zerbröselt ist", meinte Trunk. Die drei Monate des Taktierens und Geplänkels seien der "teuerste Jux, den sich Schüssel und Haider auf Kosten der Österreicher" machen hätten können.(APA)

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