Tauzielen um geplantes Gipfeltreffen der Arabischen Liga hält an

24. Februar 2003, 12:39
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Bagdad will Verschiebung

Kairo/Sanaa - In den arabischen Staaten geht das Tauziehen um das für kommenden Samstag geplante Gipfeltreffen der Arabischen Liga weiter. Wie in Kairo zu erfahren war, lagen am Montag (heute) noch nicht von allen der 22 Mitgliedstaaten Zusagen für die Teilnahme vor. Die ägyptische Regierung möchte den Gipfel, der eigentlich am Hauptsitz der Liga in Kairo stattfinden sollte, außerdem von Kairo nach Sharm el Sheikh verlegen. Die irakische Regierung forderte die Arabische Liga unterdessen auf, den Gipfel auf die Zeit nach dem 14. März zu verlegen, um die Vorlage eines neuen Berichtes von UNO-Chefinspektor Hans Blix abzuwarten.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hatte ursprünglich zu einem Irak-Sondergipfel in der letzten Februarwoche eingeladen. Diese Einladung war jedoch von einigen Staaten nicht akzeptiert worden. Vor allem Saudiarabien hatte sich gegen einen außerordentlichen Gipfel ausgesprochen, bei dem ausschließlich über Strategien zur Verhinderung eines US-Angriffs gegen den Irak diskutiert würde. Mubarak hatte ägyptischen Journalisten gesagt, Bundeskanzler Gerhard Schröder und andere europäische Regierungschefs hätten ihn in den vergangenen Tagen gefragt, wie es sein könne, dass fast die ganze Welt sich bemühe, den Krieg zu verhindern, während die Araber tatenlos zusähen.

Die jemenitische Wochenzeitung "Yemen Times" schrieb am Montag in einem für die arabische Presse ungewöhnlich scharf formulierten Kommentar: "Niemals zuvor war die arabische Welt in einer derart schwachen und erbärmlichen Position. Wir sehen mit unseren eigenen Augen, wie eine Brudernation (der Irak) angegriffen werden soll, während die gesamte arabische Welt schweigt". Der Hauptgrund für diese Tatenlosigkeit sei "die Unterdrückung und die mangelnde Freiheit in den arabischen Staaten", hieß es in dem Blatt. (APA/dpa)

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