SEC hat Ermittlungen gegen Ahold begonnen

26. Februar 2003, 15:12
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Sammelklagen wegen Anlegertäuschung in Vorbereitung

Amsterdam - Die Bilanzfehler beim niederländischen Einzelhandelskonzern Ahold haben nach Firmenangaben die US-Börsenaufsicht SEC zu einem Ermittlungsverfahren veranlasst. Die SEC habe eine Untersuchung der Bilanzunregelmäßigkeiten bei Ahold und U.S. Foodservice begonnen, sagte eine Ahold-Sprecherin am Mittwoch. "Wir arbeiten nun schon seit einiger Zeit mit der SEC zusammen und stellen die angeforderten Informationen bereit." Ahold-Aktien sind auch in den USA börsennotiert. Daher fällt das Unternehmen auch in den Zuständigkeitsbereich der SEC.

Ahold hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Geschäftszahlen für 2000 und 2001 sowie das Zwischenergebnis 2002 wegen Bilanzunregelmäßigkeiten bei der US-Tochter U.S. Foodservice neu erstellt werden müssen.

Sammelklagen in Vorbereitung

Unterdessen werden die ersten Klagen gegen den niederländischen Lebensmittelriesen vorbereitet. Auch die US-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche stehe wegen möglicherweise falscher Testate in der Kritik. Aussichten auf Erfolg mit einer Sammelklage hätten Anleger, die Ahold-Aktien zwischen dem 6. März 2001 und dem 24. Februar 2003 erworben hätten. Auch Einzelklagen könnten erfolgreich sein, meinten Anwälte.

Aktien stürzen ab

Die Ahold-Aktien hatten rund zwei Drittel ihres Wertes verloren, nachdem am Dienstag der nach Umsatz weltweit drittgrößte Einzelhandelskonzern Falschbuchungen über mehr als 500 Mio. Euro bei der US-Tochter U.S. Foodservice eingestanden und den Rücktritt von Vorstandschef Cees van der Hoeven und Finanzvorstand Michael Meurs mitgeteilt hatte. (APA/Reuters)

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Ahold

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    Ahold Vorstandschef Cees van der Hoeven tritt zurück. Eine US-Tochter des niederländischen Lebensmittelriesen hat die Gewinne zu hoch ausgewiesen und damit Erinnerungen an Enron und WorldCom wachgerufen. Der Aktienkurs des Unternehmens verlor 62 Prozent an Wert.

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