Springer schreibt wieder schwarze Zahlen

24. Februar 2003, 13:45
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Kostenreduktion in Höhe von 137 Millionen Euro - Weitere Restrukturierungs- maßnahmen angekündigt

Der Axel Springer Verlag Verlag schreibt nach einem Rekordverlust und harten Sanierungsschritten wieder schwarze Zahlen. Europas größtes Zeitungshaus kündigte am Montag aber trotz der Ergebnisverbesserungen weitere Restrukturierungen an, ohne darauf näher einzugehen. Bei der Vorlage vorläufiger Zahlen sprach Vorstandschef Matthias Döpfner von einer "anhaltend schwierigen Marktsituation" und erklärte lediglich: "Unsere Renditeziele liegen deutlich höher." Im vergangenen Jahr hatte der Verlag den Abbau von zehn Prozent der 14.000 Arbeitsplätze eingeleitet. Weitere Personalanpassungen darüber hinaus wurden nicht ausgeschlossen.

"Konsequente Umsetzung des Restrukturierungsprogramms"

Im vergangenen Jahr sei bei erneut leichtem Umsatzrückgang das operative Geschäft durch "konsequente Umsetzung des Restrukturierungsprogramms" deutlich verbessert worden, hieß es weiter. Das um Sondererlöse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sei von 33 auf 110 Mio. Euro gestiegen. Das operative Ergebnis habe sich von 14 Mio. auf 63 Mio. Euro verbessert.

Unter dem Strich werde für 2002 wieder ein Gewinn ausgewiesen, erklärte der Verlag, ohne nähere Angaben zu machen. Der Umsatz sei durch die rückläufige Entwicklung in den Anzeigen- und Vertriebsmärkten um 3,0 Prozent auf 2,777 Mrd. Euro gesunken.

Kostensenkungsmaßnahmen

Als Grund für die Ergebnisverbesserung nannte das Unternehmen "frühzeitig eingeleitete Maßnahmen zur Kostensenkung und Portfoliobereinigung" sowie Effizienzsteigerungen. Erst kürzlich wurde der Buchverlag Ullstein Heyne List an Bertelsmann verkauft. Zum laufenden Geschäftsjahr wurden keine Prognosen gemacht.

2001 hatte der Verlag ("Bild", "Die Welt") erstmals einen Verlust in seiner mehr als 50-jährigen Firmengeschichte ausgewiesen, und zwar in Höhe von 198 Mio. Euro. Der Umsatz war 2001 leicht auf 2,86 Mrd. Euro zurückgegangen. Im vergangenen Sommer hatte Döpfner angesichts eines enormen Anzeigeneinbruchs von der "größten Krise der Printmedien seit dem Zweiten Weltkrieg" gesprochen.

Kostenreduzierungen in Höhe von 137 Millionen Euro

Wegen der Verluste hatte das mehrheitlich Verlegerwitwe Friede Springer gehörende Zeitungshaus die Dividende ausfallen lassen. Für 2002 sollen nun 0,65 Euro je Stückaktie ausgeschüttet werden. Für das Jahr 2000 waren noch 1,43 Euro je Aktie gezahlt worden.

Der Umsatzrückgang sei 2002 durch Kostenreduzierungen in Höhe von 137 Mio. Euro mehr als kompensiert worden, hieß es weiter. Dieser Effekt habe vor allem im 2. Halbjahr gewirkt und entscheidend zur deutlichen Ergebnissteigerung beigetragen. "Dies ist eine gute Nachricht in schlechten Zeiten, aber die Restrukturierung des Unternehmens geht weiter", erklärte Döpfner. (APA/dpa)

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