Markierte Prostituierte

26. Februar 2003, 01:00
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Ende des 15. Jahrhunderts wurden Dirnen in Deutschland aus der Gesellschaft ausgegrenzt

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden in zahlreichen Städten Deutschlands die Prostituierten durch Kenntlichmachung ihrer Kleidung und Verdrängung in schlechte Wohngegenden diskriminiert. Schon 1455 mussten sie in Köln durch rote Kopftücher erkennbar sein und durften nur zwei Straßen benützen. In einem Befehl des Leipziger Rates von 1463 hieß es, "dass die Huren und wilden Frauen ... keine Korallenschnüre tragen sollen, noch Seide unter den Mänteln, noch Silber oder Gold auf den Gassen...". Und in der Hamburger Rechtsordnung von 1483 wurde festgelegt:" Wandelbare Frauen sollen an keiner Kirche oder auf dahin führenden Gassen wohnen. Eine berüchtigte Frau darf keinen Schmuck tragen. Nimmt sie ein ehrlicher Mann zur Ehe, so darf sie deshalb nicht unter ehrliche Frauen gehen".

Unterstellt waren die Prostituierten dem Scharfrichter, dem sie wöchentlich "Zins" abzuliefern hatten. KupplerInnen wurden verfolgt. Freie Dirnen ohne Unterkunft wurden eine Woche bei Wasser und Brot eingesperrt. All diesen Maßnahmen zum Trotz war heimliche Prostitution in Privatwohnungen weit verbreitet. Die Ausgrenzungsversuche, die vor allem dem kirchlichen Interesse der Durchsetzung des Keuschheitsideals dienen sollten, blieben erfolglos. (dabu)

Literarische Spurensuche - Teil X Die Spurensuche widmet sich der Erforschung der herstory - Geschichte der Frauen.
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    Darstellung aus dem 17. Jahrhundert
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    Anbetung und Ausgrenzung der Prostituierten...
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