Erdbeben in China:Zahlreiche Nachbeben - über 300 Tote

26. Februar 2003, 12:42
1 Posting

Mehr als 2000 Verletzte - Tausende sind obdachlos - Temperaturen sind auf Minus fünf Grad gefallen - mit Grafik

Peking - Die Erde im Erdbebengebiet in Nordwestchina, wo mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen sind, kommt noch nicht zur Ruhe. Der Vizedirektor des Erdbebenamtes in Peking, Yue Mingsheng, warnte vor möglichen neuen Erdstößen, die über die Stärke 6 auf der Richterskala hinausgehen könnten. Die Menschen sollten noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, hieß es in der Warnung, die am Mittwoch in den staatlichen Medien verbreitet wurde.

Bei starken Nachbeben, die eine Stärke von 5,7 erreichten, seien fünf Menschen, darunter auch mehrere Helfer, ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. In dem Erdbebengebiet, das östlich von Kashgar (Region Xinjiang) liegt, haben derweil die Aufräumarbeiten begonnen. Alle Obdachlosen haben die zweite Nacht bei eisigen Temperaturen in Zelten verbringen können, berichteten Funktionäre in der schwer betroffenen Gemeinde Qiongkuer Qiake.

Temperaturen bei Minus fünf Grad

Die Temperaturen seien bis auf Minus fünf Grad gefallen. 9000 Zelte sind bereits in das entlegene Erdbebengebiet an der alten Seidenstraße geschickt worden. Die Menschen begannen auch, aus den Trümmern zunächst einfache Unterstände zu bauen. 600 Menschen haben nach Angaben der Tageszeitung "China Daily" schwere Verletzungen erlitten, darunter meist ältere Menschen.

Soldaten, Milizen und Polizisten halfen bei den Aufräumarbeiten. Die Wasser- und Stromversorgung ist schwer beschädigt worden. Mehr als 11 000 Stück Vieh sind nach offiziellen Angaben beim Einsturz von Ställen und Scheunen getötet worden. Das chinesische Rote Kreuz berichtete eine Opferzahl von 279 Toten, doch hatten Mitglieder der Bergungsmannschaften bereits von mehr als 300 Toten gesprochen. (APA/dpa)

Die Region um Jiashi erlebt häufig Erdbeben: Im Jänner und April 1997 kamen bei Erdbeben der Stärke 6,4 und 6.6 insgesamt 21 Menschen ums Leben. 1996 starben 120 Kilometer nördlich von Jiashi 24 Personen bei einem Beben der Stärke 6,9.

Grafik

Zentrum des Erdbebens

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.