Till-Eulenspiegel-Preis für Kabarettist Hildebrandt

24. Februar 2003, 17:10
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Die Bremer Auszeichnung erhielt er für sein Lebenswerk

Der Kabarettist Dieter Hildebrandt ist am Sonntag mit dem Bremer "Till-Eulenspiegel-Preis" ausgezeichnet worden. Mit dem undotierten Preis würdigte der Bremer Kulturverein Freizeit 2000 das Lebenswerk des 75-Jährigen. Hildebrandt zeige, dass der Geist Eulenspiegels noch immer lebendig sei, begründete die Jury die Auszeichnung. Auch Hildebrandt sei "der Prototyp des Erznarren und Spötters, er ist in einer Figur Tor und Weiser, Hans Wurst und Zyniker, Wahrheitsfanatiker und Schelm, der anderen und sich selbst den Spiegel vorhält".

Dieter Hildebrandt ist seit 47 Jahren Berufskabarettist. 1956 gehörte er zu den Mitgründern der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft". Seit 1972 ist er Dauergast im Fernsehen, zunächst beim ZDF mit den "Notizen aus der Provinz", später beim Sender Freies Berlin mit dem "Scheibenwischer". Die Reihe wird nach 23 Jahren Mitte Mai 2003 eingestellt.

Der Satirepreis erinnert an den für seine Streiche bekannten Schelm Till Eulenspiegel, der vor mehr als 700 Jahren in Kneitlingen bei Braunschweig geboren und um 1350 im schleswig-holsteinischen Mölln gestorben sein soll. Der Verein Freizeit 2000 vergibt die Auszeichnung nach eigenen Angaben seit 1999 an Journalisten, Schriftsteller, Kabarettisten, Medienleute und Humoristen, "die sich ohne Angst vor Obrigkeiten kritisch mit den Themen der Zeit auseinander setzen und dabei auch öfter einmal den Schalk im Nacken haben". Frühere Preisträger waren der Fernsehmoderator Klaus Bednarz und der Humorist Vico von Bülow (Loriot). (APA)

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