Sicher Wandern

16. Oktober 2008, 16:45
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Falsches Schuhwerk, Selbstüberschätzung und nicht Bekanntgabe von Wanderrouten können Unfälle verursachen beziehungsweise die Hilfe erschweren

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat die häufigsten Verletzungsursachen beim Wandern untersucht und kommt zu dem Schluss, dass Stürze die Hauptursache für Wanderunfälle darstellen. Nur jedem zweiten Hobbybergsteiger (54 Prozent) ist das Risiko eines Sturzes bewusst.

Schuhwerk schützt

Bei der Befragung von 500 in- und ausländischen Wanderern im Juli und August stellte sich heraus, dass drei von vier Wanderern durch Stolpern oder Ausrutschen stürzen und in Folge eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist. Zu den häufigsten Sturzverletzungen zählen Verletzungen am Fußgelenk oder Knöchel (28 Prozent), jeder zehnte verletzt sich am Knie (elf Prozent). Sehr oft sind diese Stürze auf nicht angemessenes Schuhwerk zurückzuführen. Fünfzehn Prozent der Wanderer waren nur mit Turnschuhen oder Sneakers unterwegs, sechs Prozent trugen Halbschuhe oder Sandalen. Schlecht ausgerüstet waren vor allem junge Wanderer zwischen fünfzehn und 29 Jahren. Dr. Anton Dunzendorfer, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im KfV weist darauf hin, dass beim Wandern nur Wanderschuhe mit griffigem Profil sicheren Tritt auf die wechselnden Bodenbeschaffenheiten garantieren.

Mehr Schein als Sein

Ein weiteres Problem ist die Selbstüberschätzung der Wanderer. Der Ausdauersport erfordert ein gewisses Maß an Kondition, die nur durch regelmäßiges Training erreicht werden kann. Untrainiert in die Berge zu gehen scheint aber für ein Viertel der Befragten (26 Prozent) ganz normal zu sein, gehen sie doch nur zwei- bis dreimal im Jahr wandern oder spazieren. Dunzendorfer rät Personen, die selten oder unregelmäßig Sport betreiben, ihre Kräfte nicht zu überschätzen. Zu lange Belastungen und zu hohe Pulsfrequenzen sollten unbedingt vermieden werden.

Gefährliches Versteckspiel

In Gruppen zu wandern ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung, da man sich im Ernstfall gegenseitig helfen kann - wenn man es kann. Immerhin waren drei Viertel der Befragten (72 Prozent) in Gruppen zwischen zwei und vier Personen unterwegs. Von diesen Wanderern hatten drei Viertel einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, 43 Prozent wussten, dass ein anderes Mitglied der Gruppe im Notfall helfen konnte. Risikoreich gestaltete sich die Wanderung von 42 Prozent der Befragten, die vorab weder über ihre Wanderroute noch über ihre geplante Rückkunftszeit informiert hatten. "Diese Informationen können im Ernstfall Leben retten", warnt Dunzendorfer davor, ohne Bekanntgabe der Wanderroute und Rückkunftszeit in die Berge zu gehen.  (red)

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    Ein paar Verhaltensregeln machen Wandern wesentlich sicherer.

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