US-Schülerin ändert eigenen Namen in Webadresse

16. Oktober 2008, 16:22
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"CutoutDissection.com" protestiert gegen Tierversuche im Unterricht

Die 19-jährige US-Amerikanerin Jennifer Thornburg hat ihren Namen geändert. Zwar gehören Namensänderungen in den USA anders als hierzulande beinahe zum Alltag. Die Schülerin trägt nun jedoch offiziell und bereits rechtswirksam den Namen der Internet-Webseite CutoutDissection.com, was selbst in den Vereinigten Staaten außergewöhnlich ist. Auf dem Führerschein sind nunmehr Cutout als Vor- und Dissection.com als Zuname ausgewiesen. Mit dem Namenswechsel protestiert Dissection.com gegen Tierversuche an Schulen bzw. das Sezieren von Tieren im Biologie-Unterricht. "Ich habe meinen Namen geändert, um die Aufmerksamkeit für die sechs Mio. Tiere zu erhöhen, die jedes Jahr für das Sezieren getötet werden", so die Schülerin.

Hierzulande nur "normale" Namen

Anders als in den USA, wo Namensänderungen weniger streng reglementiert sind, ist die Umbenennung einer Person in eine Webadresse hierzulande nicht möglich. Für Namensänderungen ist das Einwohneramt der Gemeinde zuständig, in der die Person mit Hauptwohnung gemeldet ist. "Man darf auch nach einer Namensänderung nur einen 'normalen' Namen tragen", heißt es vom Einwohneramt Essen. Fraglich bleibt, wie "normale" Namen per Gesetz definiert sind. Grundsätzlich gilt: "Eine öffentlich-rechtliche Namensänderung ist im Ausnahmefall bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich. Sie dient im Einzelfall dazu, erhebliche Unzuträglichkeiten bei der Führung des vorhandenen Namens zu beseitigen", so die Auskunft auf der Webseite des Amtes. Ferner steht der Person die Wahl des künftigen Namens offenbar nicht völlig frei.

Gegen Sezierung im Biologie-Unterricht

Die Website CoutoutDissection.com wird von der Organisation People for the Ethical Treatment of Animals (Menschen für die ethische Behandlung von Tieren) betrieben. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um eine Nonprofit- und Charity-Organisation, die sich für die Rechte von Tieren einsetzt. Als Grund für die Namensänderung gibt Dissection.com an, im Biologie-Unterricht selbst ein Huhn seziert haben zu müssen. Durch eine Änderung der Schulregeln werde mittlerweile auch Alternativ-Unterricht zur Sezierung von Tieren angeboten. Die Reaktionen auf den ungewöhnlichen Namen der Tierrechtsaktivistin gestalten sich unterschiedlich. "Normalerweise wollen die Menschen wissen, warum ich meinen Namen geändert habe", erklärt Dissection.com. Zudem stoße sie häufig auf bürokratische Hürden. So habe sie zwei Anläufe benötigt, um den Führerschein mit ihrem Namen Cutout Dissection.com zu bekommen. (pte)

  • Führerschein von Cutoutdissection.com
    foto: cutoutdissection.com

    Führerschein von Cutoutdissection.com

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