Josef Pröll mit fast 60.000 Vorzugsstimmen

16. Oktober 2008, 15:38
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Der ÖVP-Obmann liegt auf den Landeslisten deutlich vor Faymann, Molterer ist stimmenmäßig abgeschlagen - Auf den Regionallisten überholt Strache Haider

Wien - Der designierte ÖVP-Obmann Josef Pröll ist der "Vorzugsstimmen-Kaiser" der Nationalratswahl. 59.583 Niederösterreicher kreuzten am 28. September seinen Namen auf der Landesliste an. Weit abgeschlagen landete auf den Landeslisten SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann mit 6.236 Vorzugsstimmen an zweiter Stelle gefolgt von Heinz Christian Strache mit 6.009, der FPÖ-Chef hat aber mit 24.301 Vorzugsstimmen auf seiner regionalen Liste in Wien Platz eins geschafft vor Jörg Haider mit 15.836 Stimmen in Kärnten. Der am Samstag bei einem Autounfall gestorbene BZÖ-Chef hätte damit eine Vorreihung und das Mandat geschafft.

Molterer kam auf lediglich 290 Stimmen

Auf den Landeslisten findet sich hinter Josef Pröll, Faymann und Strache auf Rang vier mit dem Wiener SPÖ-Gemeinderat und Integrationsbeauftragten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, der einzige Nicht-Bundespolitiker im Spitzenfeld. Aber auch er schaffte mit seinen 3.398 Vorzugsstimmen keine Umreihung, die dafür notwendige Wahlzahl von rund 25.000 Stimmen erreichte nur Josef Pröll, der aber ohnehin an erster Stelle in Niederösterreich stand. Dahinter folgen Jörg Haider (3.014), Wissenschaftsminister Johannes Hahn (2.893), Alexander Van der Bellen (2.820), Eva Glawischnig (2.596) sowie die Minister Norbert Darabos (2.043), Claudia Schmied (1.868) und Ursula Plassnik (1.803). Der scheidende Vizekanzler und ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer musste sich mit nur 790 Vorzugsstimmen begnügen.

Haider: 15.836 Vorzugsstimmen

In ihren jeweiligen Regionalwahlkreisen hätte nicht nur der ohnehin an 1. Stelle gereihte Strache mit seinen 24.301 Vorzugsstimmen die für die Vorreihung notwendige halbe Wahlzahl oder ein Sechstel der Parteisumme erreicht, sondern auch Haider. Der verstorbene Landeshauptmann hätte mit seinen 15.836 Vorzugsstimmen in seinem Kärntner Regionalwahlkreis den BZÖ-Abg. Josef Bucher auf Rang zwei verdrängt. Haider hatte aber schon im Vorfeld der Wahl angekündigt, sein Mandat nicht anzunehmen und Landeshauptmann bleiben zu wollen. Mit 9.998 Vorzugsstimmen hat zwar auch der bundesweit an dritter Stelle der regionalen Listen liegende Baugewerkschafter Josef Muchitsch seine Vorreihung auf Platz eins geschafft. Da die SPÖ in seinem Wahlkreis aber kein Mandat geschafft hat, nützt dem Südsteirer das nichts, er wird jedoch über die Landesliste in den Nationalrat einziehen. Bundesweit Platz vier auf den Regionallisten schaffte ÖVP-Klubobmann Wolfgang Schüssel (9.879) vor seinem Weinviertler ÖVP-Kollegen Hermann Schultes (9.433), Van der Bellen (8.627) und dem niederösterreichischen ÖVP-Abg. Karl Donabauer (8.389). (APA)

  • Der designierte ÖVP-Obmann Josef Pröll ist der "Vorzugsstimmen-Kaiser" der Nationalratswahl.
    foto: cremer

    Der designierte ÖVP-Obmann Josef Pröll ist der "Vorzugsstimmen-Kaiser" der Nationalratswahl.

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