Deutschland lockt Spitzenforscher mit Fünf-Millionen-Euro Professur

16. Oktober 2008, 15:33
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Neue fünfjährige Humboldt-Professuren an deutschen Unis - 2008 erstmals neun Wissenschafter aus aller Welt ausgewählt - Höchstdotierte Professur

Berlin - Mit einem neuen Preis will die deutsche Bundesregierung Elite-Forscher aus der ganzen Welt an Deutschlands Universitäten locken. Die Alexander-von-Humboldt-Professuren sind mit jeweils fünf Millionen Euro so hoch dotiert wie keine andere vergleichbare Auszeichnung, wie das deutsche Forschungsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Damit sollen die Preisträger fünf Jahre lang an Hochschulen arbeiten können.

Forscher werden eingeladen

Für die in diesem Jahr erstmals vergebenen Preise wurden neun deutsche und ausländische Forscher ausgewählt, von denen viele derzeit in den USA tätig sind. Die Forscher sollen ihre Arbeit im kommenden Jahr beginnen. Ob sie die Elite-Lehrstühle tatsächlich besetzen, ist allerdings noch unklar: Alle haben bis Anfang November Zeit, den Ruf anzunehmen oder abzulehnen.

Eine Alexander-von-Humboldt-Professur angeboten bekommen hat etwa der Theoretische Festkörperphysiker Piet Wibertus Brouwer, mit 36 Jahren der jüngste unter den eingeladenen Kandidaten. Er ist derzeit an der Cornell University in Ithaca (USA) tätig und soll an die Freie Universität Berlin wechseln. Der älteste Wunschkandidat ist mit 50 Jahren Norbert Langer. Der Astrophysiker soll von der Utrecht University (Niederlande) an die Universität Bonn kommen. Die einzige Frau ist die deutsche 47-jährige Molekularbiologin Ulrike Gaul, die derzeit noch an der Rockefeller University in New York (USA) tätig ist und der eine Einladung von der Universität München vorliegt.

Hochschulen erstellen Konzept

Künftig können jedes Jahr bis zu zehn Humboldt-Professuren vergeben werden. Ausgewählt werden sie von einer Fachjury, die deutsche und ausländische Wissenschafter aller Disziplinen nominieren kann. Anschließend können sich deutsche Hochschulen um einen dieser Elite-Forscher bewerben. Sie müssen ein Konzept erstellen, das dem neuen Professor optimale Bedingungen und die Bildung starker Forschungsteams ermöglicht.

Die Humboldt-Professur sei ein "starkes Argument für Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher aus aller Welt, nach
Deutschland zu kommen", betonte Forschungsministerin Annette Schavan (CDU). "Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag, um Forschung und Hochschulen in Deutschland dauerhaft in der internationalen Spitzenliga zu halten." Benannt ist die Auszeichnung nach dem Forscher und Entdecker Alexander von Humboldt (1769-1859). (APA/dpa)

  • Die Humboldt-Professur ist die höchst-dotierte Professur in Deutschland.
    foto: standard

    Die Humboldt-Professur ist die höchst-dotierte Professur in Deutschland.

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