Österreichs IT-Branche fehlen tausende Fachkräfte

16. Oktober 2008, 14:39
315 Postings

Studie zeigt enormen IT-Fachkräftemangel auf: Trotz Finanzkrise sei die Nachfrage in den nächsten Jahren sehr hoch - Qualifikationen mangelhaft

Der Informationstechnologie-Branche fehlen laut einer von Microsoft beauftragten Studie rund 3.800 IT-Fachkräfte - und zwar die richtigen. Demnach berichten 40 Prozent der heimischen IT-Firmen voneinem deutlichen Bedarf, 55 Prozent erwarten sogar eine weitersteigende Nachfrage. Wobei 92 Prozent der Stellen deshalb offen sind,weil die Bewerber nicht die richtige Qualifikation haben, so Microsoftam Donnerstag in einer Aussendung.

15.600 Unternehmen mit ca.63.000 Beschäftigten

Die IT-Branche in Österreich umfasst rund 15.600 Unternehmen mit ca.63.000 Beschäftigten. Ein Großteil davon - rund 41.000 Menschen -arbeitet im Softwaremarkt. Die Anzahl der Beschäftigten ist im letztenJahrzehnt jährlich um 14 Prozent gewachsten, so Microsoft. "FehlendeIT-Fachkräfte bewirken laut unserer jüngsten Studie enorme Ausfälle inder Wirtschaftsleistung Österreichs: Jede einzelne fehlendeIT-Fachkraft bewirkt rund 109.000 Euro weniger Wertschöpfung und eineErhöhung des öffentlichen Defizits durch Steuerausfälle von etwa 47.000Euro pro Jahr. Für uns als führendes Unternehmen der IT-Branche sindsolche Studienergebnisse ein klares Warnsignal für die ganze Branche",betonte Markus Breyer, Mitglied der Geschäftsleitung bei MicrosoftÖsterreich.

Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch nicht absehbar

Auf Anfrage von derStandard.at dürfte auch die aktuell vorherrschende Finanzkrise die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht wesentlich bremsen, auch wenn das Ausmaß der Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft noch nicht endgültig beurteilt werden können, betont Microsoft Österreichs Unternehmenssprecher Thomas Lutz. 

"Zum Zeitpunkt der Durchführung der Studie ein Konjunkturrückgang bereits absehbar und einkalkuliert, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Da auch jetzt das Ausmaß der realwirtschaftlichen Schwierigkeiten in Bezug auf die IT-Industrie schwer abzuschätzen ist und die Konjunkturprognosen aktuell um etwa 1 Prozentpunkt auf knapp 1 Prozent Wachstum revidiert werden, könnten auch im IT-Markt unerwartete kurzfristige Einbrüche auftreten (4Q2008 bis etwa 1Q2009 oder 2Q2009)", so Lutz.

Eher "konservativ

Die Schätzungen in der Studie sollen noch dazu eher "konservativ" gerechnet worden sein. Aufgrund der Krise könnte der prognostizierte Mangel aus heutiger - sehr pessimistischer Sicht - um etwa 15 bis 25 Prozent niedriger sein, allerdings auch nur vorübergehend (1 bis max. 2 Jahre) – nicht mittel- bis langfristig. "Mehr Rückgang im Vergleich zu den erhobenen Zahlen erwarten wir aktuell nicht, da der Mangel ja nicht nur durch Wachstum der IT-Industrie, sondern auch durch andere Faktoren hervorgerufen wird." (APA/red)

  • Artikelbild
Share if you care.