Das iPhone: Der perfekte Verwandlungskünstler

15. Oktober 2008, 09:29
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Vom Retromusikgerät bis zum Lernwerkzeug auf amerikanischen Unis stößt das iPhone in neue Welten vor

Ob Kompass oder Wasserwaage, fast täglich erscheint neue Software für Apples iPhone, die dem Gerät eine neue Dimension geben. Jüngste hitverdächtige Verwandlung: Das iStylophone, eine Software-Version des 1967 ursprünglich als Kinderspielzeug auf den Markt gebrachte "Stylophone", ein Miniatur-Keyboard mit elektronischem Sound.

70er-Jahre

In den 70er-Jahren machte das von der Firma Dubreq in vier Varianten erzeugte Gerät mit Metalltastatur und Stift zur Eingabe (der "Stylus") dann Karriere als kleine Heimorgel. Musiker wie David Bowie oder die Marilyn-Manson-Band adelten es, indem sie damit musizierten. Anfang Dezember soll jetzt die Software-Version der Very Cool Software Company um 5,95 US-Dollar sentimentale Erinnerungen wecken und neue Talente anziehen - wie schon zuvor die Wiener iBand, wie berichtet, mit Klavier-, Gitarren und Drumset-Software mit ihren Songs ein YouTube-Millionenpublikum fanden.

Mehrere tausend Applikationen

Auch wenn es bereits für Palm-Organizer, Nokias Symbian-Handys oder Windows-Mobile-Geräte Software gab, um die Funktionen zu erweitern: Keinem anderen Gerät ist es bisher gelungen, dies in solch eine einfach zu benutzende Form zu bringen. Mehrere tausend Applikationen zählt inzwischen Apples AppStore, darunter viele Spiele wie Spore (mit dem Potenzial, zum zeitgemäßen Tamagotchi zu werden), aber auch unzählige praktische Alltagsverwendungen.

AirSharing beispielsweise ermöglicht es, das iPhone als externen Speicher zu verwenden, auf den man über das integrierte Wifi (Wireless Lan) vom PC aus zugreifen kann. A.D.A.M., der "Symptom-Navigator", gibt Auskunft, auf welche Erkrankungen körperliche Beschwerden hindeuten können (und rät bei alarmierenden Symptomen dringend zum Arztbesuch).

Mehr als 1000 Freshman

Nicht nur bei Unternehmen, die mit Programmen wie Azalos ihre mobile Geräteflotte und ihr IT-Netzwerk managen können, auch auf Unis breitet sich das iPhone wenig überraschend als Werkzeug rasch aus. Die Abilene Christian University in West-Texas hat mehr als 1000 Freshman (Erstsemestrige) mit iPhones oder dem iPod Touch ausgestattet und eigene Anwendungen für den Uni-Betrieb entwickelt. Studenten haben so ständigen Online-Zugang zu Stundenplänen, Anmeldungen, Vorlesungsverzeichnissen oder Dokumenten zu Lehrveranstaltungen. Auch Tests in Lehrveranstaltungen werden teilweise mithilfe des iPhone abgehalten - und können so leicht ausgewertet werden.

Und natürlich dürfen soziale Netzwerke wie Facebook nicht fehlen, damit aus den Neuankömmlingen rascher eine Uni-Gemeinschaft wird. (spu, DER STANDARD/Printausgabe, 15.10.2008)

  • Das Stylophone: Als Spielzeug erfunden, in den 70er-Jahren Musikkult,
jetzt Neubelebung als iPhone-Version.
    foto: very cool software company

    Das Stylophone: Als Spielzeug erfunden, in den 70er-Jahren Musikkult, jetzt Neubelebung als iPhone-Version.

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