Kirche: Gier führte zur Krise

14. Oktober 2008 20:56

Schönborn diskutiert in der Türkei über Finanzen und Wahlergebnis

Ankara/Wien - Die Österreicher sind nach den Worten von Kardinal Christoph Schönborn weder rassistisch noch rechtsradikal. Das Erstarken rechtsgerichteter Parteien bei den jüngsten Nationalratswahlen sei vielmehr Ausdruck eines Protestes gegen die Regierungsparteien in Wien gewesen, betonte der Wiener Erzbischof bei seiner Zusammenkunft mit dem Chef der staatlichen Religionsbehörde ("Diyanet" ) der Türkei, Ali Bardakoglu, in Ankara, wie die Zeitung Hürriyet am Dienstag berichtete. Bardakoglu unterstrich seinerseits, dass sich Schönborn stets für die in Österreich lebenden Türken eingesetzt habe.

Schönborn und Bardakoglu diskutierten auch über die Wurzeln der weltweiten Finanzkrise. Man könne die Krise durchaus als Strafe Gottes ansehen, habe der Kardinal laut Hürriyet gesagt. Der Kardinal ließ das dementieren. Von der "Strafe Gottes" zu reden, gehöre nicht zum Wortschatz von Christoph Schönborn, betonte der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger. Der Wiener Erzbischof habe bei seiner Pressekonferenz in Ankara vielmehr darauf verwiesen, dass die Nichtbeachtung einzelner der Zehn Gebote und von Grundtugenden zur gegenwärtigen globalen Finanzkrise beigetragen habe.

Gier und Maßlosigkeit

Der Kardinal habe daran erinnert, dass Gier, Verantwortungslosigkeit und Maßlosigkeit wesentlich zu den dramatischen Entwicklungen geführt hätten. Dieser Analyse werde jeder zustimmen, der sich mit der augenblicklichen Situation befasse, unterstrich Leitenberger.
Kardinal Schönborn, der von Bardakoglu eingeladen wurde, ist der höchste katholische Würdenträger, der die Türkei seit der Reise von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 besucht. Der Diyanet-Chef war im Vorjahr anlässlich der Eröffnung eines Zentrums der Türkisch-Islamischen Union nach Wien gekommen.

Die Europäische Union hat von der Türkei mit Nachdruck das Ende der Benachteiligung nichtmuslimischer Religionsgemeinschaften verlangt. Der katholischen Kirche wird vom türkischen Staat die juridische Anerkennung versagt. Auch die unter den Vertrag von Lausanne (1923) zwischen den Siegermächten des Ersten Weltkriegs und der Türkei fallenden Gemeinschaften (Orthodoxe, Armenier und Juden) sind von Restriktionen bei Besitzrechten, Bildungseinrichtungen und Ausbildung ihrer Geistlichen betroffen. (APA)

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Markus Vorzellner
19.10.2008 10:58
Es ist ein Frechheit ohnegleichen!

Wieso darf ein religiöser Guru sich derart in politische Angelegenheiten mischen? Es wird höchste Zeit, daß man sich des angeblichen Laizismus in Österreich wieder besinnt und Subjekte wie den totalitären Evulotionsleugner Schönborn dahin zurückwirft, wo er hingehört, in seine absolute Privatsphäre, die Religion laut Gesetz eigentlich sein sollte!

rrrn
 
16.10.2008 15:35

Interessant: Schoenborn vertritt kommunistische Ideen.

doris blashüttel
16.10.2008 11:46
zahlt die Krone immens viel Geld...

für Schönborns Sonntags-Beitrag, häh? Wer steckt sich die 70.000 Euro wirklich ein? Geht das Geld vollständig für einen guten Zweck an ein Stift in NÖ? Oder nur ein Bruchteil, der Rest ist Schweigen....
Die Kriche sollte es gefälligst unterlassen, auf die Gier der Menschen loszuhacken un lieber vor ihrer eigenen Türe kehren.

kopersky
15.10.2008 14:31
Wenn sich die Kirche je selbst an ihre Regeln gehalten hätte

hätten sie teilweise schon gepasst.
Mit Doppelmoral allein ist aber weder Kirche noch Staat zu machen.

Vielleicht denkt die Kirche langsam doch an die Verteilung ihrer aufgehäuften Reichtümer?
1 Milliarde Menschen hungern, Tendenz stark steigend.

DIE SIEBEN TODSÜNDEN

* Superbia: Hochmut (Übermut, Eitelkeit, Ruhmsucht)
* Avaritia: Geiz (Habgier, Habsucht)
* Luxuria: Genusssucht, Ausschweifung (Wollust)
* Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)
* Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Unmäßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)
* Invidia: Neid (Missgunst, Eifersucht)
* Acedia: Trägheit des Herzens/des Geistes (Faulheit, Feigheit, Ignoranz)

her wig
15.10.2008 18:44

Weil beten, predigen und hoffen alleine zu wenig ist...

jo eh
15.10.2008 15:48

ein änderung der katholischen einstellung zur geburtenkontrolle, frauenrechten und zur verwendung von kondomen wäre zielführender, als wenn die kirche ihre angehäuften schätze verkauft. kaum wären diese verteilt bzw. verbraucht,würden viele sog. 3.welt-länder wieder vor den gleichen problemen stehen.

Olga10
15.10.2008 21:25
Ja, das eine schließt das andere aber nicht aus.

Ich finde Menschen bräuchten prinzipiell schon wieder etwas woran sie glauben könnten, es gibt ja praktisch nichts mehr.
Die Kirche machte es leider selbst unmöglich. Ihre Uhr ist irgendwann im Mittelalter stehen geblieben und keiner hat sie je wieder aufgezogen.

Für mich war das Thema mit dem Fall Groer erledigt, davor spendete ich meinen Kirchenbeitrag noch an die Caritas, die Hospize, die Barmherzigen Schwestern und Brüder- die ich auch nach wie vor gut und wichtig finde. Aber den anderen Teil Kirche wollte ich nicht mehr unterstützen.

Die Barmherzigen B&S sind und waren eigentlich die früheren Sozialarbeiter und Streetworker, die nicht nur betend in den Klöstern saßen, sondern den Armen und Kranken tatsächlich und konkret halfen.

Markus Sagmeister
15.10.2008 14:02
Naja,

Auch der Vatikan nutzt die Börse.
Zwar sind es "ethisch korrekte"
Investments, aber Investments.

silvio pellico
15.10.2008 17:00
ethisch korrekt

bedenken sie die beteiligung des bankhauses schellhammer und schatera an austria casino!

SimplyRed
15.10.2008 13:34

Zu Mittag zwei ganze Hühner mit Kren.

jane doe1
15.10.2008 15:18

und am gründonnerstag nach der fusswaschung schweinsbraten - von schönborn pesönlich serviert.

Deus Ex Coquina
 
15.10.2008 13:10

Wow. Nach nicht ganz 2000 Jahren die erste brauchbare Selbsterkenntnis von diesem Verein.

dumtidum
15.10.2008 13:07
Aber ohne

die kirchlicher Gier gäbs halt nicht diese ganzen Prunkbauten und das viele Gold und die schönen Messbecher zum Wein trinken :) und die schönen Kerzen für die Bubendummheiten ...

d3m3t3r
 
15.10.2008 12:25

jojo der schönporn, was dem alles einfällt.

Kiki Novak
15.10.2008 12:24
Kirche und Gier

Als meine Mutter 1967 mit mir schwanger war, hat sie die Kirche um eine Stundung der Kirchensteuerbeiträge ersucht, da es ihr damals finanziell nicht besonders gut ging, und mein Vater (frisch aus Ungarn geflüchtet) noch auf Jobsuche war. Zur Antwort hat ihr die Kirche damals den Gerichtsvollzieher an den Hals geschickt. Kommentarlos.

Pogled
15.10.2008 19:52
Kirche und Krankheit

Lt. Arzt unheilbar an Krebs erkrankt (1997), habe ich der Kirchenbeitragsstelle bekanntgegeben, daß ich den früheren Betrag nicht bezahlen kann. Da ich auf Aufforderung nicht umgehend meine Pensionshöhe bekanntgeben habe (wie denn auch, Pensionsverfahren dauern etwas), kam der Rechtsanwaltsbrief. Den habe ich dann an die Kirchentür genagelt.

Soph Isticus
15.10.2008 12:33
Das ist noch gar nix. Meine Eltern wurden von der Kirche in den 80er Jahren "exekutiert".

Nach einer Übersiedelung hatte der Vater all die Schreiben der Kirchenbeitragsstelle ignoriert.

Eines Morgens stand dann der Exekutor vor der Türe. Die Herren haben Fernseher und Stereo-Anlage samt Boxen mit einem Kuckuck versehen und betont, dass wir riesiges Glück hatten, dass wir zuhause waren.

Sonst hätte der Schlosser die Tür aufgebrochen oder mit einem Rammbock wäre die Sicherheitstüre von der Kirche (dem Betreiber) gesprengt worden.

Wenn das nicht Gier ist - was dann???

Die Schätze der Kirche, das Goldene Kreuz, das mit teurem Gerät (Helikopter) auf St Stephan gehoben werden muss... aber für Rettungsflüge hat man kein Geld mehr!!

Die gesamte Familie ist nach der Exekution geschlossen ausgetreten - alle sind heilfroh!!

Markus M.
15.10.2008 19:38
Meine Grossmutter

arbeitete dereinst (vor ca. 30 Jahren) im Lohnbuero eines staatsnahen Industriebetriebes und konnte dort die unmenschliche Haerte der Kirche sehr gut beobachten. Viele der Industriearbeiter waren damals in finanzieller Not und wurden von der Kirche per Exekutor ruckzuck gerupft wie ein Hendl, und ihr Lohn wurde sogleich gepfaendet, wenn sie auch nur mal kurz in Rueckstand gerieten. Alles mit voller Unterstuetzung durch den Staat (Finanzamt), der wegen des Konkordats verpflichtet ist, die Kirche bei der Eintreibung von Kirchen"beitraegen" zu unterstuetzen. Wegelagerer sind menschlicher.

Pogled
15.10.2008 23:52

War in meinem Betrieb das gleiche.
Meiner Frau (damals meine Lebensgefährtin) wurde die Meldung an die Fremdenpolizei angedroht, da sie sich offensichtlich ohne eigenes Einkommen in A aufhält.
(sie ist aus Südtirol und damit ital. Staatsbürgerin)

Mathbau
15.10.2008 16:34

"Nach einer Übersiedelung hatte der Vater all die Schreiben der Kirchenbeitragsstelle ignoriert."

Nicht sehr klug, die Verhaltensweise ihres Vaters, da sich Vereinsbeiträge selbst bei Nichtbeachtung selten in Luft auflösen.

Spitzenantineoliberalist
15.10.2008 12:11
Ich bin zwar nicht religiös, aber er hat recht!

Es ist eine psychopathische Veranlagung, die Menschen dazu treib immer mehr Macht zu haben, weil diese Menschen Glück empfinden, wenn sie Macht über andere Menschen haben, also in einer Situation sind, in der sie andere Menschen zu irgendetwas zwingen können. Es ist mir keine Eigenschaft des Menschen bekannt, das noch kranker ist, noch psychopathischer. Psychopathen streben am meisten nach Macht, und kommen westlichen Systemen auch an die Macht, deshalb haben wir so viel Übel in der Welt. Der kapitalismus ist eines der schlimmsten Übel, was einem guten Menschen widerfahren kann. Aber was interessiert das den gefühlskalten machtgierigen gehassten Menschen an der Macht. Aber wunderts euch nicht, wieso so viele Menschen BZÖ/FPÖ wählen!

ARO5
15.10.2008 11:56
Kirche: Gier führte zur Krise

Aus dem Nähkästchen geplaudert ?

jo eh
15.10.2008 10:02

muss der schönborn die wählerentscheidung der österreicherInnen jetzt schon vor der t*rk. religionsbehörde "rechtfertigen"?
und das in einem land, in dem die rechte, religiös-nationale AKP regiert und inzwischen 60% zustimmung genießt?

und das obwohl im 2. absatz des artikel die für die TR beschämende situation nichtm*sl. religionsgemeinschaften kurz und deutlich umrissen wird.

es wird immer absurder.

dagobert wien
15.10.2008 11:25

fpö ist hierzulande was die AKP in der türkei ist.

eine partei, die für die leute was tut, während die bonzen parteien immer noch das land ausbeuten....

SimplyRed
15.10.2008 09:21

Da ist er bestens prädestiniert zu sprechen, denn mit Gier und Maßlosigkeit kennt sich dieser Proponent der katholischen Sekte bestens aus.

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