Causa Romy-Schneider-Roman noch nicht vorbei

14. Oktober 2008, 19:30
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Gericht verfügte, dass einige Passagen geschwärzt werden müssen - Verlag legt nun Widerspruch ein

München/Frankfurt - Der Münchner Blumenbar Verlag hat Widerspruch gegen die gerichtliche Entscheidung angekündigt, dass der Romy-Schneider-Roman "Ende einer Nacht" nur noch mit geschwärzten Stellen ausgeliefert werden darf. Ein Sprecher des Verlags sagte am Freitag in München, ein Anwalt sei bereits damit beauftragt.

Das Landgericht Frankfurt hatte Anfang Oktober die Verbreitung der ursprünglichen Fassung des Romans von Olaf Kraemer, in dem es um die letzten Stunden der 1982 gestorbenen Schauspielerin geht, per einstweiliger Verfügung untersagt. Es wurden sieben Passagen beanstandet, in denen eine persönliche Nähe von Schneiders Mutter Magda zu Adolf Hitler und zum Nazi-Regime beschrieben wird. Insgesamt gehe es um 152 Wörter.

Die Verfügung gegen das Anfang September erschienene Buch hatte nach Verlagsangaben der frühere Mann der 1996 gestorbenen Magda Schneider erwirkt. In einer eidesstattlichen Erklärung einer einstigen Freundin Magda Schneiders sei festgestellt worden, dass diese Einladungen Adolf Hitlers auf dessen Wohnsitz am Obersalzberg erst "nach der 5. oder 6. Aufforderung" angenommen habe, hatte der Verlag auf der Frankfurter Buchmesse berichtet. (APA/dpa)

 

  • Olaf Kraemer: "Ende einer Nacht" (Blumenbar Verlag 2008)
    coverfoto: blumenbar

    Olaf Kraemer: "Ende einer Nacht" (Blumenbar Verlag 2008)

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