Grüner Salto mortale

14. Oktober 2008, 20:08

Auch wenn "Die Grünen" nicht wieder auf die sektiererischen 4,8% von Meissner-Blau und Voggenhuber absacken müssen, zweistellige Wahlresultate sind auf länger undenkbar. Nicht einmal Fellner und Jeanée werden die "schöne Eva" G. wählen; grüne Wechselwähler schon gar nicht. Nach dem Absturz kommt der "alte Schnarchsack" vdb wieder, als Gegenmodell zu den "Politjunkies auf speed". Oder nicht.

Das einzig Gute am überstürzten Abgang von Alexander Van der Bellen könnte seine dadurch absehbarere Wiederkehr sein. In welcher Funktion auch immer: Als Minister, als erneuter Bundessprecher oder als Bundespräsident nach der zweiten Amtsperiode Heinz Fischers; wofür er dann wenigstens das beste "adenauersche" Alter als vertrauenswürdiger, kompetenter und sympathischer Opa der Nation hätte.

Die Grünen werden nämlich ohne ihren liebenswürdigen "Sascha" zumindest ein Drittel bis die Hälfte der Stimmen wieder verlieren, zusätzlich zu den 2 - 4 Prozent ehemaliger LIF-Stimmen. Fast alle Gelegenheits-Grünwähler/innen in meiner Umgebung, insbesondere Frauen, die wir fallweise grün überwiegend wegen Van der Bellen gewählt haben, sowohl Bürgerlich-Liberale, einschließlich der LIF-Wähler nach Ende des Liberalen Forums, als auch enttäuschte Sozialdemokraten, wie auch christlich-soziale oder linke Wählerinnen werden kaum je Eva Glawischnig wählen.

Wer etwa auch nur einmal mit ansehen musste, wie Frau Glawischnig als verkniffenes Nervenbündel hilflos einem höhnisch überlegenen Strache, bekanntlich nicht der hellste Kopf und beste Disputant, in einer TV-Diskussion zum Erbarmen unterlag, wird sich nach Van der Bellens souveräner Ruhe und Kampfkraft zurücksehnen. Wie überhaupt neben Kompetenz in einer Mediendemokratie vor allem auch persönliche Glaubwürdigkeit und Sympathie, die Verkörperung von Souveränität, Gelassenheit, ja, auch einer gewissen lässig entspannten Trägheit, Selbstironie und Rollendistanz unter tierisch ernsten oder überspannten Wichtigtuern wohltuend einnehmen.

Sascha vdb war die Verkörperung nicht nur allgemein humaner, sondern zivilgesellschaftlich "bürgerlich-liberaler" wie auch "grün-alternativer" Werte. Verbissener Ehrgeiz, selbstgerechtes und humorloses Eifern aus Überforderung wird nicht einmal den bigottesten Öko-Aposteln das Herz wärmen, geschweige denn Stimmen in Bobostan jenseits der Au-&Tierschutzfundis bringen.

Die "schöne Eva" ist die Wunschkandidatin einer merkwürdigen Allianz versprengter Altkommunisten und Jungarrivisten bei Wiener Grünen und Glamour-Linienrichtern à la Fellner und Jeannée von der "Krone" gegen den "alten Schnarchsack" vdb. Auch auch seriösen Anstandswahrerinnen wie Anneliese Rohrer galten in sich ruhende Persönlichkeiten wie Van der Bellen - bei aller Kritik die man an ihm inhaltlich haben konnte, ja musste! - als "langweilig" und "verschlafen".

Zeit, demokratiepolitisch aufzuwachen: Sind nur noch dauererregte Hustler wie H.-C., Polithooligans wie Westenthaler, angespannte, überanstrengte Glawischnigs, hysterische Voggenhubers und Stadlers oder das unerreichte Vorbild aller Politjunkies "auf speed", der manisch-grandiose Haider newswert? Endstation "sensationeller Tod eines sensationellen Menschen", wie sich eine Jörg-Tifosa im Sinne Mussolinis "meglio tre giorni di leone que una vita di pecora" ("besser drei Tage Löwe als ein Leben lang Schaf") begeisterte.

Nutzen wird der unbedachte grüne (und der orange) Salto mortale neben der Oppositionsvormacht FPÖ den bisherigen Hauptverlierern SPÖ und ÖVP. Vorerst ist der Rückfluss von Wechselwähler-Grünstimmen an die ehemaligen Großparteien als erste Krisen-Gewinnler am wahrscheinlichsten. Auch wenn "Die Grünen" nicht wieder auf die sektiererischen 4,8% von Meissner-Blau und Voggenhuber absacken müssen, zweistellige Wahlresultate sind auf länger undenkbar. (Bernd Marin/DER STANDARD, Printausgabe, 15.10.2008)

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nach der EU wahl und den querelen davor und danach ....

..... erscheint der kommentar von marin mehr als angebracht und als perfekte analyse.

na ja, Herr Marin -gerade Sie ...

Eifernd, uncool und total unentspannt sorgen Sie sich schon seit geraumer Zeit um die mangelnde Markttauglichkeit Ihrer MitbürgerInnen. Die Älteren mögen doch so lange arbeiten, dass sie als PensionistInnen nix mehr kosten. Und dann die Frauen: womöglich in der Karenz verschanzen, Teilzeit-McJobs gehören noch aufgefüllt. Sie erregen sich über die Frauenbeschäftigungsquote – die ist tatsächlich, allerdings aus anderen Gründen und unter von Ihnen nicht geschilderten Umständen schlecht – die Lohnschere(n), die sich zwischen Männern und Frauen und zwischen „Gewinnern“ und „Verlierern“ auftun, habe ich Sie noch nicht anprangern hören. Auf Eva Glawischnig gehen Sie jetzt sexistisch und männerbündisch los – entspannen Sie sich doch mal.

Ein unintellektueller Kommentar

Um Inhalte scheint's dem Herrn Marin ganz und gar nicht zu gehen, sondern nur um die äußere Form. Das ist doch ein sehr unintellektueller Standpunkt!

Grüne "glopfen"

Lieber Bernd Marin, welche Auswirkung hat die Wahl bei Ihnen gehabt? Viele Menschen haben darin des Volkes Unzufriedenheit mit der GROKO erkannt.

Sie erkennen kritikwürdiges bei den Grünen - OK. Aber dass Grüne jetzt schon wieder schuld seien an Zu- oder Ausflüssen der großen Koalition ist irrelevant. Womit beschäftigen Sie sich noch?
Gommunisten glopfen??

Jahrelang kannte ich Bernd Marin nur als den Mann, der mir mit ernster Stimme erklärt hat, dass ich mal viel länger würde arbeiten müssen, weil das Pensionssystem vorm Zusammenbruch stünde.

Dann sind kaum welcher seiner Ratschläge (kommt mir so vor) wirklich umgesetzt worden und jedes Jahr hat er weiter versucht zu warnen, Bewusstsein zu schaffen, Regierungen zu beeinflussen.

Seit wann hat er jetzt sein neues Hobby, wahrsagen? Macht er das mit Kaffeesud, einem Pendel, einer Glaskugel. Bei seinem frauenfeindlichen Tonfall vermutlich eher durch Vogeflug beobachten oder das Lesen von Eingeweiden frisch geschlachteter Kleintiere.
Dazu würde mich eine Kolumne interessieren!

ja wenn ich zu den saublöden wählern gehör die ...

...nicht eine partei oder ein programm sondern nur eine personenkult bezogene wahl treffen können ( mei hat der blaue augen), ja dann könnten die grünen vielleicht einmal keine 10% mehr erreichen.

der autor wählt offensichtlich personen und ich habe leider keine ahnung welche kriterien er bei seiner entscheidung heranzieht.

Und was ist mit den Protestwählern

warum wurden die von VdB nachweislich überhaupt nicht angesprochen.

Was ist mit der Jugend? Warum fühlten sich viele Jugendliche von einem alten Opa nicht angesprochen?

Warum ist KHG immer noch beliebter als VdB?

Wer all diese Fragen beantworten kann hat verstanden um was es in der Politik wirklich geht.

VdB hat es ja nachweislich nicht verstanden. Sonst hätte er mehr als 10 Prozent bekommen.

an marcel

und die jugend wird von Glawischnig angesprochen? aha.

Also so einen untergriffigen Mist

Also einen untergriffigen Mist habe ich aus der Feder von Bernd Marin noch nie gelesen. Geht unter die Gürtellinie, hat keine Argumente und liest sich, als hätte ihn einer derer geschrieben, die er kritisiert.

ab in die pension

widerärtig, dieser führerkult um die alten männer, die sich selber gegenseitig hochzitieren. Da lobt einer, der in die pension gehört, selbsterrlich den nächsten pensionsreifen mann. Nichts gegen eure in ehre ergraut zellen, aber mit dem täglichen leben und den jüngeren frauen überfordert, gehören "experten" wie marin ab in die mindestpension - ganz rasch, und 700 euro netto müssen reichen. Denn so viel verdienen die, denen marion ständig noch das wenige zu kürzen empfielt - mehrheitlich frauen. Aber die alten Männer loben sich lieber selber hoch, als dass sie platz für jüngere machen. Zum Gücl war Van der Bellen schlau genau. Bernd Marin, mach es ihm bitte nach, deine analysen können andere treffender bringen

Ich kritisiere die Grünen ja auch ganz gerne aber dieser Kommentar ist ausser schwach nur schwach.

nix schwach

Der Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Die Grünen der hysterischen Voggenhubers und Co. sind eine 5 bis 7 % Partei. VdB hat das Kunststück vollbracht, den Wähler durch sein Auftreten darüber hinwegzutäuschen, in welchem Zustand die teil-radikale Basis und der harte Funktionärskern tatsächlich sind. Ohne diese gediegen-bürgerliche Fassade wird´s jetzt wieder nach unten gehen. Ich würde jederzeit hohe Wetten abschliessen, dass die Grünen mit Glawischnig im ein-stelligen Bereich herumsumpern werden.

Wie hoch?

kommt drauf an,

wieviel Sie dagegenwetten.

die postings

erinnern mich ein bissl an den US-wahlkampf. all das negative, dass hr marin über fr glawischnig sagt wird einfach darauf geschoben, dass er ein mann und sie eine frau ist.

so kann man leider nicht diskutieren. ich und sehr viele andere hätten grün jedenfalls nicht gewählt mit ihr an der spitze. und ja, mir ist egal ob sie ein weibliches oder männliches nervenbündel ist.

bei der frau winter wäre der postergemeinde wohl jedes noch so tiafe adjektiv recht gewesen. hauptsache drauf. aber bloß nicht die eigenen kritisieren. egal ob berechtigt oder nicht.

Ich muss Ihnen widersprechen.
Frau Winter würde man nie als "hysterisch", "verkniffen", "Nervenbündel", oder "überanstrengt" bezeichnen.
Ich kenne auch keinen männlichen Politiker, den man mit ebenjenen Adjektiven bewerten würde.

Man sieht: auch die formal Gebildeten wählen und beurteilen Politiker vor allem nach Gefühlskriterien.

man kann glawischnig kritisieren

aber nicht so. dieses gewäsch von der "schönen eva" hätte er sich sparen können. was hat das mit ihrer kompetenz zu tun? die frau hat ihre mängel, aber man kann sie bestimmt nicht als "fesch aber blöd" abtun, das wird ihr nicht gerecht.

vdb hat zu viele fehler gemacht und mußte endlich ersetzt werden. wenn herr marin angesichts des "nervenbündels" glawischnig verzweifelt, sollte er sich mal überlegen, wer denn von den grünen besser auftreten könnte als glawischnig. voggenhuber vielleicht, aber der ist ja auch "böse" und "sektiererisch" und von marin nicht gewollt. also wer solls dann werden? vdb wieder zurückzuholen kann ja wohl nicht ernst gemeint sein...

an tom

jetzt möchte ich aber schon gern wissen: welche "fehler" hat VdB gemacht?

er hat nicht unrecht...

aus heutiger sicht denke ich auch dass die grünen nicht nachhaltig da weitertun werden wo sie hingewachen sind nämlich in den 2-stelligen breich. mit grünnen -populismus u, medeinunterstützung lässt sich möglw. für eva g. auch etwas erreichen obschon die substanz die vdb in die österr. politik eingeführt hat damit auf der strecke bleiben wird. schade um ihn. frau g. hat sicher ihre stärken. wieviel für sie drinnen ist auch mit unterstützung teilen des boulevards ist die frage. ich denke auch dass es einstellig wird. vdb zurück als minister wäre ein wohltat für das land und interantionale reputation!

Wen brunzen Sie als nächsten an, Herr Marin?

Neue Parteiführer gibt es ja derzeit genug zur Auswahl. Sie könnten eine liebe kleine Standard-Serie daraus machen, um den Schein von Objektivität aufrecht zu halten.

ich finde, es wäre dem Standard ganz gut

zu Gesicht gestanden, einen solchen Kommentar schlicht und einfach abzulehnen.

Er hätte damit auch den kleinen Herrn Professor geschützt, der sich mit diesem Analyseversuch dann öffentlich nicht derart entblößt hätte.

grade haben wir uns noch gewundert,dass überwiegend älteren Herren die 5 Parteien vertreten

(und dass es ein 40er war der auf wundersamer Weise einen grossteil der Jungwähler für sich gewinnen konnte), ist es jetzt ein schuss in's knie wenn eine jüngere streitbare Dame das Feld betritt (und ein wirklich junger, der nach meinem Gefühl noch viel grösseres potential bei 16-30 jährigen zu haben scheint, als zuletzt der gelackte und auf allen Kirtagen tanzende Strache).
Sicher, die Wahlen werden scheinbar in den *pensionistenheimen* gewonnen, daher rechnet auch niemand mit einem Wahlsieg, aber dass sich SP u VP irgendwann auf Augenhöhe mit den restlichen Parteien befinden werden, halte ich für keine unrealistische Vorstellung, dass Österreich vollends den paintball weltmeistern anheim fällt hingegen schon.

wieder mal Marin mit Abwertungen und Stereotypen

wie war das noch vor einem Jahr?
Da hat Marin sich entblödet, angesichts der Gestaltung der Pensionserhöhungen zu lamentieren: "Eingeschlagener Weg führt in die einheitliche Volkspension."

jetzt spricht der kleine alte Mann in abwertenden Geschlechterstereotypen "schön und hilflos", "Nervenbündel" gegenüber den "starken Männern".

Er wär halt selbst auch gern einer.

Geht's eh noch, Herr Marin?

Das ist wirklich so ziemlich das Unqualifizierteste, das seit langem jemand in einem Kommentar von sich gegeben hat. WAS motiviert Sie zu diesem entbehrlichen Beitrag? Eine Solidaritätsgeste von "Old Boy" zu "Old Boy"? Menschlich verständlich, aber warum gleich Eva Glawischnig derart niederschreiben und kassandraartig Schlimmes prophezeien? (ich bebe noch immer vor Zorn ob der unfassbaren Adjektive, die Sie Frau Glawischnig zuteil werden lassen, im Vergleich dazu - ein Silberrücken lobt den anderen - die positiv-männlichenAdjektive für VdB). Nach Lektüre anderer Marin-Kommentare (vor allem zu Geschlechterthemen) wundert mich jedoch nichts mehr. Sie sind halt auch nur ein unbelehrbarer, oberg'scheiter Mann Ihrer Generation. Entbehrlich.

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