"Joost" meldet sich zurück - und erinnert an Hulu

14. Oktober 2008, 09:47
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Videosite unterzog sich einem Relaunch und will nun die AnwenderInnen für sich begeistern

Wie viele Videoseiten braucht die WWWelt? Diese Frage darf man sich getrost stellen, wenn man sich die neuesten Ankündigungen von Joost genauer ansieht. Um die Videoplattform, die gestartet war um die Online-Welt zu verändern, war es in der jüngeren Vergangenheit eher still geworden. Nun melden sich die EntwicklerInnen zurück und präsentieren eine überarbeitete Webseite, die allerdings stark an Mitbewerber Hulu erinnert.

Werbefinanzierte Serien

Am Dienstag wird Joost mit der Ausstrahlung von werbefinanzierten TV-Shows beginnen, vermeldet die New York Times. "Was die Welt ganz sicher nicht braucht, ist eine weitere Webseite auf der man wertvolle Zeit mit dem Ansehen alter Episoden von "Bezaubernde Jeannie" oder mit Clips von "The Daily Show" verschwenden kann. Aber genau dies ist es, was Joost, das sehr hoch gehypte Internetvideoservice bietet", so die New York Times. Joost wird zwar als eine auf Flash-basierende Website relauncht, doch wird es dadurch nur zu einem Klon von Hulu.com.

Die Hintermänner

Hinter Hulu.com stehen die US-Fernsehsender NBC und Fox, Joost wurde vor zwei Jahren von Niklas Zennström und Janus Friis, den Begründern von Skype und Kazaa, aus der Taufe gehoben. Im Gegensatz zu Hulu und YouTube, bei denen die Video im Browser betrachtet werden können, verlangt Joost nach der Installation eines eigenen mehr schlecht als recht funktionierenden Clients, was viele AnwenderInnen bisher abgeschreckt haben dürfte.

Wesentliche Änderungen

Aufgrund der mangelnden Akzeptanz wurde Mike Volpi, ein früherer Cisco-Manager, geholt, der Joost auf Vordermann bringen sollte. Nach der Entlassung von 90 der rund 180 MitarbeiterInnen und der Zentralisierung der Entwicklung von Büros in Paris, Rom und Mailand nach New York City, ging es bei Joost wieder von vorne los. Viele Kinderkrankheiten konnten ausgebessert werden. Neue Social-Networking-Funktionen für die jüngere Zielgruppe wurden integriert. So können Joost-AnwenderInnen ihre Lieblingsserien mit ihren Freunden teilen. Im neuen Joost stehen Serien in voller Länge zur Verfügung, etwa alle Folgen von "Friends" plus 18.000 Musikvideos und eine Reihe von Kinofilmen. Allerdings findet sich viel von dem Material auch auf anderen Webseiten. Zudem können die Inhalte nun auch im Browser betrachtet werden.

Einzigartig

Um gegen Hulu und YouTube bestehen zu können, muss Joost schon mehr bieten. Aus Sicht von Volpi kann dies am besten dann stattfinden, wenn man sich als unabhängiger Internetpartner für Medienkonzerne anbietet. “Jeder, der nicht NBC oder Fox ist, sollte sich wünschen, dass wir einen guten Job machen und Erfolg haben", so Volpi.(red)

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Joost

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    Nach langem Warten und vielen Spekulationen meldet sich Joost nun wieder zurück - und erinnert sehr an Hulu.

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