Haupttodesursache Herz-Kreislauferkrankungen

13. Oktober 2008, 12:53
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44 Prozent aller Sterbefälle gehen darauf zurück - Kampagne startet: "Mein Herz und ich. Gemeinsam gesund" soll "Gefühle" ansprechen

Wien - Herz-Kreislauferkrankungen sind die häufigste Todesursache in Österreich: Rund 33.000 sterben jährlich daran. "Das sind 44 Prozent aller Sterbefälle", so Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky. Erst mit 26 Prozent würden Krebserkrankungen auf Platz zwei folgen. Der Fonds Gesundes Österreich startet nun die Informationskampagne "Mein Herz und ich. Gemeinsam gesund".

Teure Erkrankungen

Acht Millionen Spitalstage pro Jahr seien auf Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle zurückzuführen; auf europäischer Ebene würden Kosten von rund 87 Millionen Euro entstehen, so Kdolsky. Neben Bewegungsmangel und unausgewogener Ernährung sind Rauchen und Alkohol Hauptursachen für Herzkreislauferkrankungen; auch psychosoziale Faktoren würden eine Rolle spielen. Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen seien besonders betroffen.

Emotionen statt Zeigefinger

Für die neue Kampagne seien "eine Hand voll" internationaler Projekte Vorbild gewesen, so Anita Rieder vom Institut für Sozialmedizin der Universität Wien. Man wolle nicht mit dem erhobenen Zeigefinger Wissen vermitteln, sondern Gefühle ansprechen, wie etwa die Freude an der Bewegung, erklärte Fonds-Leiter Christoph Hörhan. In den kommenden Wochen sollen in allen Bundesländern verschiedene Projekte zum Thema starten: So will man z. B. in Pendlerbussen und -zügen Menschen zum leichten Bewegungsprogramm einladen, mit Jugendlichen ein Herz-Kreislauf-Kabarett erarbeiten oder in einer "kulinarischen Weltreise" speziell Migranten Koch-Tipps geben.

In einigen Regionen soll es "Gesundheitschecks" geben, mit denen spezielle Angebote in Kooperation mit Lebensmittelproduzenten und Sportanbietern in Anspruch genommen werden können. Ein solches Projekt soll als erstes "noch heuer" in der Steiermark umgesetzt werden, so Hörhan. Die Homepage bummbumm.at wird über die Projekte in den Bundesländern informieren. Weiters will man laut dem Fonds-Leiter bis 2009 ein "Produkt zur gesunden Jause" entwickeln. Plakate, TV- und Radiospots und Pins sollen auf die Kampagne aufmerksam machen. (APA)

Links

bummbumm.at
gesundesleben.at
ernaehrungshotline.at
Rauchertelefon
Fonds Gesundes Österreich mit Ernährungspyramide in verschiedenen Sprachen
Alkoholselbsttest auf antonprokschinstitut.at

Infotelefone

Ernährungshotline Tel. 0810/810 227
Rauchertelefon Tel. 0810/810 013

  • Mit der Kampagne soll der Bevölkerung spielerisch die Lust an gesunder Ernährung und Bewegung nähergebracht werden
    foto: folder/fonds gesundes österreich

    Mit der Kampagne soll der Bevölkerung spielerisch die Lust an gesunder Ernährung und Bewegung nähergebracht werden

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